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Sorgen für einigen Ärger: Die Außenanlagen am Haus des Gastes in Riegsee. Seit vergangenen Sommer steht angeblicher Baupfusch im Raum.

Jetziger Zustand nicht mehr zu ändern

Haus des Gastes: Pfusch am Parkplatz

Riegsee - Die Arbeiten am Riegseer Haus des Gastes sind nicht optimal gelaufen. Vor allem bei der Tragschicht des Parkplatzes. Der Bürgermeister macht sich aber um etwas anderes mehr Sorgen.

Das war so nicht geplant: Der neue Parkplatz am Riegseer Haus des Gastes weist Mängel auf. Das kommt nicht überraschend. Denn Gemeinderäte hatten bereits im Juli vergangenen Jahres auf angebliche Missstände hingewiesen.

Ein Blick zurück: Die Außenanlagen am Haus des Gastes wurden im vergangenen Jahr im Zuge der Dorferneuerung umgestaltet. Im Juli, während der Bauarbeiten, wurde im Gemeinderat großer Unmut laut. Die Volksvertreter zeigten sich unzufrieden. Dabei ging es hauptsächlich um die Dicke der Asphalt-Tragschicht. Ratsmitglieder betrachteten es als Fehler, dass die beauftragte Firma nicht wie sonst üblich einen so genannten Straßenfertiger benutzte, sondern per Minibagger und mittels Rechen verteilte. „An manchen Stellen ist die Tragschicht aus Asphalt so dünn, dass der Kies rausschaut“, ärgerte sich damals zum Beispiel Ratsmitglied Georg Miller.

Ende 2015 erfolgte nun die Abnahme durch einen Sachverständigen. Dabei sind auch Bohrkerne entnommen worden. Zwei oder drei wurden nach Kenntnis von Bürgermeister Rudi Kühn beanstandet. Denkbar wäre nach seinen Worten, dass die Gewährleistungsfrist verlängert wird oder ein Preisnachlass. Die Gesamtkosten waren mit 360 000 Euro veranschlagt worden. Laut Kühn ist es etwas teurer geworden. „Das war aber im Rahmen.“ Die Gemeinde muss bei diesem Dorferneuerungsprojekt die Hälfte der Kosten schultern. Bauherr ist das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Von dessen Mitarbeiter Ehrenfried Siegmund war keine Stellungnahme erhältlich. Im Juli hatte er erklärt, dass die Baufirma etwaige Mängel binnen einer gesetzten Frist beheben müsse.

Den vorhandenen Asphalt zu entfernen und neuen aufzutragen, steht offenbar nicht zur Debatte. „Das Amt, das Ingenieurbüro und die Baufirma halten das nicht für notwendig“, sagt Kühn. Der Rathauschef ist letztlich froh, dass das Projekt durchgezogen wurde. Denn im Sommer war im Gemeinderat gefordert worden, den Bau einzustellen. Kühn hielt das für keine gute Idee. „Dafür gab es keine rechtliche Grundlage.“ Er ist sicher: „Wenn wir die Teeraktion gestoppt hätten, hätte es einen Rechtsstreit gegeben.“ Die Gemeinde wäre eventuell schadensersatzpflichtig geworden. 20 000 Euro, schätzt der Bürgermeister, hätte die Kommune dann möglicherweise berappen müssen.

Kühn sagt, dass es heute mit den Außenanlagen „keine Probleme“ gebe. „Es ist keine viel befahrene Straße, sondern nur ein Parkplatz.“ Hierbei seien die Ansprüche an die Tragfähigkeit und die Belastbarkeit geringer. „Schwerlastverkehr ist dort nicht zu erwarten.“ Den jetzigen Zustand könne man nicht mehr ändern. Ohnehin ist aus Kühns Sicht die Tragschicht das kleinere Problem. „Die Regenwasserableitung macht mir mehr Sorgen.“ Generell findet er es problematisch, dass bei Bauprojekten der günstigste Bieter zum Zug kommt.

Roland Lory

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