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Mögliches Kaufobjekt: Die Gemeinde Eschenlohe verhandelt mit dem Eigentümer, der Deutschen Bahn, über das Bahnhofsgebäude samt Umfeld.

Sparkurs zahlt sich aus

Haushalt 2016: Eschenlohe hat wieder Luft für Investitionen

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Eschenlohe - Der konsequente Schuldenabbau in Eschenlohe trägt Früchte: Die kleine Loisach-Gemeinde kann neben dem Pflichtprogramm wieder investieren.

Die Gemeinde Eschenlohe hat finanziell harte Zeiten hinter sich. Die hohen Kosten der aufwändigen Hochwasserverbauung ließen die Schulden nach oben schnellen. 2010 erreichten diese mit knapp zwei Millionen Euro einen Höchststand – ziemlich viel für ein Dorf mit gerade mal rund 1600 Einwohnern.

Doch seitdem ist einiges passiert. Die Ortspolitik um Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) setzte auf einen Sparkurs – und eine konsequente Entschuldung. Vergangenes Jahr hatte der beschauliche Ort an der Loisach auch noch Glück: Eine dicke Gewerbesteuer-Nachzahlung spülte frisches Geld in die Kasse. Inzwischen ist die Finanzlage wieder „sehr geordnet“, wie Kämmerer Christoph Gratz in seinem Bericht attestiert.

Der insgesamt rund 4,3 Millionen Euro schwere Haushaltsplan 2016, den der Gemeinderat kürzlich verabschiedete, spiegelt dies wieder. Rathaus-Chef Kölbl ist zufrieden: „Wir sind wieder im Normalbereich und handlungsfähig.“ Die Schulden sollen, so die Prognose, Ende des Jahres bei moderaten 783 000 Euro liegen. Dies würde einer Pro-Kopf-Verschuldung von 500 Euro entsprechen – ein Wert im grünen Bereich. Bei vergleichbaren bayerischen Kommunen sind es im Schnitt 711 Euro. Sollten allerdings alle Vorhaben umgesetzt werden, müssten die Rücklagen kräftig geplündert werden.

Nichtsdestotrotz: Eschenlohe hat wieder – neben dem Pflichtprogramm – Luft für größere Investitionen. Möglicherweise kauft die Gemeinde von der Deutschen Bahn das Bahnhofsgebäude samt Umfeld. Im Haushalt sind dafür schon mal 320 000 Euro eingeplant. „Wir haben Interesse signalisiert. Die Verhandlungen laufen“, berichtet Kölbl. Der Konzern wolle jedenfalls die Immobilie loswerden. „Die Bahn zieht sich leider zurück“, bedauert Kölbl. In anderen Kommunen sei dies nicht anders. Es gehe darum, so der Rathaus-Chef, den Bahnhof als wichtige Infrastruktur-Einrichtung im Ort zu erhalten und herzurichten. Der Kommunalpolitiker denkt beispielsweise an einen Warteraum, der diesen Namen auch verdient, an Parkplätze, Fahrradständer und einen südlichen Zugang zum Bahnsteig. Auch müsste man die Bahnhofstraße auf Vordermann bringen.

Ein dicker Brocken, der ebenfalls mit 320 000 Euro im Jahresetat 2016 steht, ist der Umbau des ehemaligen Siemens-Kurheims. Die Arbeiten sind bereits abgeschlossen. Beispielsweise mussten Brandschutzauflagen erfüllt und sanitäre Anlagen installiert werden. Das lange Zeit verwaiste Gebäude gehört der Gemeinde. Anfang Juli findet dort die offizielle Eröffnung einer Tagesstätte für Senioren statt. Wie berichtet, wird diese von Angelika und Michael Pasch betrieben, die das Haus angemietet haben. Kölbl hält diese Lösung für einen „großen Wurf“. Von der sozialen Einrichtung, in der pflegebedürftige, ältere Menschen tagsüber betreut werden, profitierten Eschenlohe und die umliegenden Orte.

Weitere größere Ausgaben, die anstehen, ist die Anschaffung eines neuen Bauhof-Fahrzeugs mit Zusatzgeräten wie einem Schneepflug (200 000 Euro) und die Instandsetzung diverser Ortsstraßen (200 000 Euro). In den nächsten Jahren geht es weiter: Laut Kölbl stehen unter anderem umfangreiche Straßen- und Kanalsanierungen an. Auch will Eschenlohe in den geförderten Wohnungsbau einsteigen, der wirtschaftlich schwachen Haushalten bezahlbare Mieten bieten soll. Und auch das Thema Dorfplatz steht auf der Agenda. Im Ort werden laut Kölbl immer wieder Stimmen laut, die eine Neugestaltung des Areals zu einem attraktiven Dorfmittelpunkt fordern. Beispielsweise werde ein Musikpavillon vorgeschlagen. „Wir sind uns einig, dass was gemacht werden muss“, sagt der Bürgermeister. Nur stehen seiner Ansicht nach jetzt erstmal drängendere Projekte an. Und man brauche ein Konzept. Vielleicht gebe es für den Dorfplatz auch staatliche Zuschüsse, so Kölbl, beispielsweise im Zuge des Programms zur Dorferneuerung. Wie dem auch sei: Erste Planungskosten sind erst 2017 vorgesehen.

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