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Soll heuer erneuert werden: Für eine neue Brücke in Dickelschwaig stehen 250 000 Euro im Etat. 

Gemeinde muss keine Kredite aufnehmen

Haushalt Ettal: Erneut viel besser als gedacht

In Ettal sprudelt nach wie vor die Gewerbesteuer. Das ist aber nicht der einzige Grund für die guten Finanzen. Die Gemeinde ist in der glücklichen Lage, kräftig investieren zu können – ohne Kredite zu benötigen.

Ettal - Besonnen und lieber vorsichtig agierend: So geht Kämmerer Alexander Müller mit den Gemeindefinanzen in Ettal um. Das Ergebnis ist stets ein solides Zahlenwerk. 2016 lag er beim Haushaltsplan allerdings ziemlich daneben. Müller hat – obwohl die Gewerbesteuer schon 2015 deutlich angestiegen ist – nur 90 000 Euro angesetzt. Und im Gemeinderat gesagt, dass so ein wirtschaftlich positives Jahr „sicher so schnell nicht wiederkommt“. Dass er sich mit dieser Prognose sauber täuschen sollte, mehr als 450 000 Euro Gewerbesteuer eingegangen sind, hat ihm bei der Haushaltssitzung 2017 natürlich niemand böse genommen. „Wir brauchen nicht zu jammern“, lautete der eher nüchterne Kommentar von Bürgermeister Josef Pössinger zum aktuellen Etat.

Mehr auf den Punkt brachte es Pater Johannes Bauer, der meinte: „Andere Gemeinden wären froh, wenn sie solche Finanzen hätten.“ In der Tat: Nachdem Ettal in den vergangenen Jahren eher verhalten nur in das Nötigste investiert hat, kann sich die Kommune heuer mehr leisten. Entsprechend mehr Volumen hat der Vermögenshaushalt, in dem die Investitionen aufgeführt sind: Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Wobei zu sagen ist, dass sich manche Projekte – zum Beispiel das Maßnahmenpaket zum Hochwasserschutz in Dickelschwaig – verschoben haben. Mit 310 000 Euro gehört es zu den größten Ausgabe-Posten. Müller hat 60 000 Euro für die Damm-Erhöhung und 250 000 Euro für den Neubau der Brücke eingeplant. „Das sind die kompletten Kosten“, erklärte er. Ob es bei diesen Summen bleibt oder ob es eine andere Aufteilung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim gibt, muss sich noch zeigen. „Das Verfahren schwebt ja“, ergänzte Pössinger. Ein weiteres finanziell Großprojekt ist im Bereich Abwasser angesiedelt: So sind ein neues Pumpwerk und eine Wasserleitung in Graswang geplant. Für beides braucht es 387 000 Euro.

An mehreren Stellen im Haushalt sind zudem Investitionen eingestellt, die im Zusammenhang mit der Landesausstellung im kommenden Jahr stehen. Dazu gehört die Sanierung der Klosterstraße, für die 35 000 Euro vorgesehen sind. 25 000 Euro sollen außerdem für eine neue innerörtliche Beschilderung ausgegeben werden.

Für all’ diese Vorhaben – insgesamt sind Investitionen von 1,18 Millionen Euro geplant, ist Ettal in der glücklichen Lage, keine Kredite aufnehmen zu müssen. Zum einen bleiben im laufenden Betrieb 204 000 Euro übrig, die in den Vermögenshaushalt geschoben werden können – vergangenes Jahr waren es sogar 430 000 Euro statt der von Müller kalkulierten 80 000 Euro. Und: Ettal hat so viel beiseitegelegt, dass man sich jetzt großzügig aus den Rücklagen bedienen kann. Selbst bei der geplanten Entnahme von 652 000 Euro sind zum Ende des Jahres noch 788 000 Euro auf dem – wenn man es so nennen will – Sparbuch der Gemeinde.

„Wir sind sehr solide aufgestellt“, zog Müller sein positives Fazit. Eine Prognose fürs nächste Jahr ließ er heuer aber lieber aus.

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