Zwei Männer, eine Meinung: EHC-Manager Christian Winkler (l.) und Trainer Pat Cortina. foto: mzv-archiv

Die Heimat geht über alles

Garmisch-Partenkirchen/München - Christian Winkler hat den EHC München zu dem gemacht, was er ist - im Herzen aber bleibt er Werdenfelser

Warum er sich das antut, wird er immer wieder gefragt? Warum fährt er täglich von Garmisch-Partenkirchen nach München und wieder zurück? Warum leistet sich der Manager des EHC München nicht einfach ein schönes Haus in einer vornehmen Gegend der Landeshauptstadt und spart sich den Stress auf der Autobahn? Christian Winkler hat dafür eine einfache Erklärung: „Ich könnte mir nie vorstellen, aus Garmisch-Partenkirchen wegzugehen.“ Der Mittenwalder ist tief verwurzelt in seiner Heimatregion. Er ist dort aufgewachsen, hat seinen Sport betrieben und eine Familie gegründet. All das will der 40-Jährige nicht aufgeben oder verlagern.

Die Pendelei sieht Winkler aber nicht als Belastung. Auch der Job ist es nicht. In gewisser Weise lebt der frühere Eishockey-Torwart einen Traum. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, was Besseres gibt es doch nicht“, meint er. Als Verantwortlicher geht der Werdenfelser, der zuvor beim EC Peiting erste Erfahrungen abseits der Eisfläche gesammelt hatte, beim EHC München nun schon in die achte Saison. Er hat geholfen, einen Oberligisten hianuf in die Deutsche Eishockey-Liga zu bringen. „Geträumt habe ich wirklich von so etwas, aber dass es dann so schnell geht, das hätte ich nie gedacht.“ In den vergangenen Jahren überschlug sich die Entwicklung beim EHC.

Natürlich waren es nicht nur ruhmreiche Tage für Winkler. Er erinnert sich noch genau an die Seuchensaison 2007/ 2008. „Wir haben sogar die Playoffs verpasst.“ Da wackelte auch der Stuhl des Managers. „Ich bin schon in der Kritik gestanden“, gibt er zu. Doch er konnte in dieser Situation wie auch später immer auf seine Gesellschafter bauen. Und schließlich ging es nach diesem schwierigen Jahr steil bergauf. „Aus diesen negativen Erfahrungen lernst du halt auch am meisten“, sagt Winkler. Nach einer gründlichen Analyse scheiterte der EHC im folgenden Jahr erst im Finale, um zwölf Monate später dann als gefeierter Aufsteiger in die DEL dazustehen.

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„Ich habe in dieser Zeit viel gelernt“, betont Winkler. „Vor allem, dass ich vieles nicht mehr so persönlich nehme. Ich hab’ am Anfang den Fehler gemacht, dass ich jedem alles recht machen wollte.“ Seine Erkenntnis: „Das funktioniert nicht. Aber man muss sich selbst treu bleiben.“

Das tut er offenbar. Denn unlängst hat er einen neuen Drei-Jahres-Vertrag beim EHC vorgelegt bekommen und unterschrieben. Für ihn aber Ansporn, noch mehr zu erreichen. „Ich muss mich jedes Jahr aufs Neue beweisen.“ Zwei große Herausforderungen, denen er sich stellen will, hat er neben dem Tagesgeschäft schon gefunden. „Wir müssen die Attraktivität des Eishockeys in München weiter steigern. Wir haben unseren Zuschauerschnitt nun schon von 2700 auf rund 4300 nach oben geschraubt. Eishockey muss allerdings noch mehr Menschen interessieren.“ Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Nachwuchs-Arbeit. „Wir haben 250 Kinder, das ist gut. Aber wir dürfen nicht nur reden, sondern wir müssen auch etwas voranbringen.“ Aus diesem Zweck hat er Ron Chyzowski nach München gelotst, seinen ehemaligen SCR-Mannschaftskameraden aus den frühen 90er Jahren. Er soll die Jugend auf Vordermann bringen.

Bei den Profis tut dies Pat Cortina. Ein Coach, wie sich Winkler keinen besseren vorstellen kann. „Das wichtigste an einer Mannschaft ist der Trainer.“ So viel weiß er mittlerweile. „Ein guter Coach kann auch aus einem schwächeren Team viel rausholen.“ Zu dem Italo-Kanadier hat er ein sehr inniges Verhältnis aufgebaut. „Nach meiner Frau und meiner Tochter ist er der Mensch, mit dem ich am meisten spreche. Sehen tu ich ihn ja sogar öfter.“ Doch das Verhältnis bezeichnet er als außergewöhnlich gut und auch als „kleines Erfolgsgeheimnis des EHC München“.

Und dennoch zieht es ihn immer wieder nach Hause. Das ist Garmisch-Partenkirchen und ein klein wenig auch der SC Riessersee. „Der SCR wird immer mein Verein bleiben. Ihm habe ich schließlich alles zu verdanken, was ich jetzt machen darf.“ Auch die tägliche Fahrerei. (cf)

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