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Stecken voller Ideen: die Mitglieder des Vorstands des Fremdenverkehrsvereins (v.l.) Bruno Kifinger, Doris Ganser, Gerd Zinn, Manuela Graf und Heiko Düsterhöft. 

Fremdenverkehrsverein Garmisch-Partenkirchen feiert 150-jähriges Bestehen

Die Heimat kontinuierlich verschönert

1869 war ein interessantes Jahr unter der Alpspitze. Neben der Schnitzschule, den heutigen Schulen für Holz und Gestaltung, die im Sommer ihr 150-jähriges Bestehen feiert, verrät ein Blick in die Chronik, dass im selben Jahr  der Verschönerungsverein Garmisch gegründet wurde.  Aus diesem ging der heutige Fremdenverkehrsverein Garmisch-Partenkirchen hervor.

Garmisch-Partenkirchen – „Damit sind wir einer der ältesten touristischen Vereine in ganz Bayern und haben im Vorstand beschlossen, das besondere Jubiläum im Herbst zu feiern“, erklärt Vorsitzender Peter Ries. „Dabei wollen wir auch das Wirken des Ingenieurs und Visionärs Adolf Zoeppritz, der eine wichtige Rolle in unserer Vereinsgeschichte spielte und Ehrenbürger des Ortes war, würdigen.“

Der Todestag von Zoeppritz (1855 bis 1939) jährt sich am 5. November zum 80. Mal. Vor 120 Jahren, 1899, übersiedelte der Hesse von Davos nach Garmisch. Sein Wirken als Vorsitzender der Alpenvereinssektion – auf sein Konto gingen die Erschließung der Höllental- und Partnachklamm, zahlreiche Berg-Unterkunftshäuser, der Bau der ersten Bobbahn am Rießersee und vieles mehr. Zudem war er als Vorsitzender des Verschönerungsvereins ein Segen für die Region.

Aber auch seine Amtsvorgänger, wie der Apotheker Max Bischl (1855 bis 1931), viele Jahre Inhaber der Alten Apotheke am Marienplatz, gehörten zu denen, die sich um die Belange des Ortes kümmerten und verdient machten. Die Weiterentwicklung der Schnitzschule durch die Angliederung eines Fachkurses für Schreiner, der Verkehrsaufschwung durch den Weiterbau der Bahnlinie bis Mittenwald und Innsbruck sowie die Aktivitäten für den Bau der Bayerischen Zugspitzbahn brachte er maßgeblich voran. Bischl bemühte sich nachdrücklich um die Belebung des Fremdenverkehrs. 1887 errichtete der Verschönerungsverein nach seinen Plänen die Anlagen am Wittelsbacher Park. Schatten spendende Bäume wurden in und um Garmisch gepflanzt. Dann kam der weitere Aufschwung mit Zoeppritz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er schaffte es, dass sich 1910 der Wintersportverein und der Verschönerungsverein unter dem Namen Verkehrs- und Wintersportverein zusammenschlossen. 445 Mitglieder gehörten ihm an. Der Kramerplateau-Weg, das Kurhaus am Marienplatz und Fußgängerbrücken über die Loisach wurden errichtet.

Noch heute profitieren Bevölkerung und Gäste von diesem Erbe. „Wurden 1889 8884 Gäste gezählt, waren es 1913 bereits 72 448. Zum Vergleich: Heute sind es 527 150“, ist in der Märzausgabe 2019 des Fremdenverkehrsverein-Informationsblattes zu lesen.

Anlässlich des 150-jährigen Vereinsjubiläums hat der Vorstand um Ries die neue Info-Broschüre „Für Dich, für uns, für alle“ herausgebracht. Auch darin wird ersichtlich, dass den Aktiven des Vereins gestern wie heute die Verbesserung und Steigerung der Attraktivität des touristischen Angebotes in Garmisch-Partenkirchen am Herzen liegt. Projekte, von denen alle profitieren. Vieles hat der Fremdenverkehrsverein in den vergangenen Jahrzehnten auf den Weg gebracht und realisiert. Vom Kneippbecken am Kramerplateauweg über den Kräutergarten im Kurpark, den Meditations- und Aphorismenwegen bis zum Geologischen Lehrpfad, diversen Beschilderungssystemen und ein Direktbuchungsportal reichen die Aktivitäten. Dem Team mit seinem Motor Heiko Düsterhöft gehen die Ideen dabei noch lange nicht aus. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fvv-gapa.de.

Margot Schäfer

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