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Einem Hexenkessel glich mitunter das Passionstheater in Oberammergau, so wie hier beim Auftritt von Seiler und Speer

Mega-starke Musik, wunderbares Flair, geniales Wetter

Heimatsound-Festival: Friedlich und fantastisch

Oberammergau - Eine friedliche Party feierten zwei Tage lang rund 5000 Menschen beim 4. Heimatsound-Festival im Oberammergauer Passionstheater.

Drei halbnackte Ammertaler Burschen, deren Leadsänger einen Ventilator braucht, um sich die wilde Mähne aus dem Gesicht zu halten, stehen auf der Bühne und besingen den „Schofscheraschorschl“. Dazu tanzt ein Mensch im Ganzkörper-Schafkostüm ausgelassen mit den Zuschauern. Kurz darauf fliegt ein BH auf die Bühne und die kreischende Besitzerin erhält im Gegenzug ein Nudelholz.

Da steht fest: Der Auftakt des 4. Oberammergauer Heimatsound-Festivals im Passionstheater hätte für die Gamskampler aus Schnackslreith, die sich mit oben genanntem Song für die Teilnahme qualifiziert hatten und damit als erste Band auftreten durften, nicht besser laufen können. „Wir haben noch nie vor so großem Publikum gespielt, die Resonanz hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, befanden die Musiker einstimmig.

Immerhin war das Event mit 3000 Karten restlos ausverkauft, wie Veranstalter Frederik Mayet von der Passionstheater GmbH berichtete. Ihm zufolge seien an beiden Tagen zusätzlich 2000 Besucher erschienen, um die Festival-Atmosphäre rund ums Theater zu genießen. Und die war wieder einmal erstklassig:

Einige Männer machten es sich bei den sommerlichen Temperaturen mit Hut, Badehose und kaltem Bier in aufblasbaren Sesseln gemütlich, während sich Eis schleckende Mädchen im Dirndl die Beine in der Ammer kühlten. Die zahlreichen Camper bekamen Besuch von Kindern aus dem Dorf, die Wasserflaschen aus ihrem Leiterwagen verkauften – Idylle pur. Hingegen tummelten sich die Gäste im Theater, um das bunt gemischte Programm in Augenschein zu nehmen.

Bilder vom Heimatsoundfestival in Oberammergau

Weckers friedliche Revolution

Nachdem „The Whiskey Foundation“ mit schlagkräftiger Stimme und treibendem Schlagzeug die Bühne gerockt hatten, trat Konstantin Wecker auf, der von Bayern2-Moderator Achim Bogdahn als „Altmeister und politische Legende“ bezeichnet wurde. Dem machte Wecker alle Ehre, indem er zu einer „friedlichen Revolution der Liebe und Vernunft“ aufrief. Danach waren die österreichischen Senkrechtstarter, das Duo Seiler und Speer, an der Reihe, das mit dem Hit „Ham kummst“ berühmt wurde und im Passionstheater eine tollen Auftritt bot. Den Ausklang am Freitag bildete die Hip-Hop-Band Dicht & Ergreifend mit niederbayerischem „Bazi-Rap“.

Am Samstag schafften es Impala Ray als Opener, die von der Aftershow-Party gezeichneten Zuschauer zu animieren. Das gelang so gut, dass Sänger Rainer Gärtner ausrief: „Ihr seid der absolute Killer!“ Danach traten Banda Communale, Dreiviertelblut und Pollyester sowie zum Finale die Lokalmatadoren Kofelgschroa auf. Mancher hätte sich als „Rausschmeißer“ vielleicht noch eine richtige Stimmungsband gewünscht wie in den Vorjahren Keller Steff oder Mathias Kellner, doch auch über Musikgeschmack lässt sich trefflich streiten. Unterm Strich war das Oberammergauer Festival auf jeden Fall wieder eine bärige, bombige Sache.

Constanze Wilz

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