Großes Interesse herrscht beim Info-Abend im Krüner Kurhaus: Rund 500 Besucher hören sich an, welche Informationen die Behörden-Vertreter (vorne am Tisch) rund um den G8-Gipfel 2015 liefern können. fotos: Tomaschek

Herrmann: Heiligendamm war nicht "der Normalfall"

Krün - Viele Fragen gehen den Isartalern zum G8-Gipfel 2015 durch den Kopf. Diese konnten sie beim Info-Abend im Krüner Kurhaus loswerden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stand persönlich Rede und Antwort.

Rund 500 Isartaler waren zur Info-Veranstaltung gekommen. Der G8-Gipfel, der am 4. und 5. Juni 2015 im Elmauer Tal stattfindet, bewegt die Menschen in der Region. Denn irgendwie sind alle betroffen: als Vermieter, Landwirt oder einfach nur als Bürger.

Und so hörten sie ganz genau hin, als Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von der großen Bedeutung des Gipfels für die Region sprach. Er versuchte zu beruhigen: „Die harten Ausschreitungen von Heiligendamm waren keineswegs der Normalfall. Bei anderen Gipfeln gab es keine schrecklichen Bilder, weil es keine Ausschreitungen gab.“ Und letztlich sei „ja noch nie etwas passiert“. Abgesehen von handgreiflichen Auseinandersetzungen, Verletzungen, Verhaftungen und Sachbeschädigungen.

Herrmann machte zudem Versprechungen: „Wir wollen nicht das ganze Tal umbauen. Die Eingriffe in die Natur sollen sich auf das Minimalste beschränken.“ Diese Sorge treibt viele Isartaler um, nicht nur die Landwirte, die um ihre Flächen fürchten.

Das machte der Krüner Ortsobmann Alois Kramer junior deutlich und forderte, „Detailfragen möglichst zeitnah mit den Landwirten zu besprechen.“ Er bekam ebenso großen Applaus wie der Innenminister für seine klare Antwort: „Mach ma.“

Den Naturschutz hob auch der Polizeipräsident von Oberbayern Süd, Robert Heimberger, hervor: „Die einzigartige Natur soll geschützt werden.“ Viel mehr war von ihm noch nicht zu erfahren. Das Sicherheitskonzept wird derzeit erstellt, Details gibt es noch nicht. Und so konnte Heimberger auch die Frage von Andreas Zick, Besitzer des Alpencaravanparks Tennsee, nach den Sperrungen der Bundesstraßen nur vage beantworten. „Es wird zu Auswirkungen kommen.“ Er versprach aber wiederum, die „Beeinträchtigungen zu reduzieren“. Herrmann wurde etwas konkreter: „Keiner muss fürchten, dass zu Pfingsten die Bundesstraßen schon dicht sind. Das Tal wird nicht vier Wochen vorher abgesperrt.“

Große Skepsis herrscht noch bei den Vermietern in Bezug auf den Profit, den sie generieren können. Die Vorsitzende des Krüner Touristikvereins, Rosi Pfeffer, äußerte „Befürchtungen, dass G8 nicht nur positive Auswirkungen hat.“ Seien es Baustellen im Vorfeld oder Demonstranten beim Ereignis selbst, die Gäste abschrecken. Sie appellierte an die Verantwortlichen, „auch die Kontigente kleiner Vermieter zu berücksichtigen“ und hoffte, viele Zimmer länger als nur „drei bis vier Tage zu vermieten“. Denn bislang hat nur die Polizei mehrere tausend Betten über mehrere Wochen reserviert - und das in großen Hotels mit Vollverpflegung, wie die Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel, Sabrina Blandau, berichtete.

Doch zum Gipfel werden alle Betten gebraucht. Journalisten und Delegationen der Staatschefs buchen noch. „Das kommt noch auf uns zu“, sagte Blandau. Und auch der Innenminister versicherte Pfeffer: „2015 werden Sie niemals Probleme mit der Belegung haben. Das garantiere ich Ihnen.“

Die Vermietung wird zentral von GaPa-Tourismus gestemmt. Blandau bat alle Vermieter, jedes einzelne Bett, gesucht werden vor allem Einzelzimmer, an die Garmisch-Partenkirchner Kollegen zu melden - und flexibel zu sein. „Das sind keine normalen Urlaubsgäste. Sie sind zum Arbeiten da.“ Doch auch Blandau sprach davon, „die Chance zu ergreifen“, um die Alpenwelt Karwendel mit dem Gipfel zu vermarkten. Mit einem völlig neu ausgerichteten Motto: „Dort Urlaub machen, wo die Großen der Welt zu Gast sind.“

(nine)

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