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Großes Freiluft-Theater

Dunkles Kapitel im Rampenlicht

Grainau - Das wird ein Mammut-Spektakel: Josef Baders historischer Roman „Magdalena“ über den Hexenwahn im Werdenfels kommt in Grainau auf die Freiluft-Bühne - mit mehr als 30 Mitwirkenden und einem Rahmenprogramm.

Das Unheil begann im Jahr 1589. Nicht weniger als 51 Menschen fielen in der Grafschaft Werdenfels bis 1591 bei den Malefizrechtstagen dem Hexenwahn zum Opfer. Der Grainauer Lehrer Josef Bader (vulgo Hanspaul) befasste sich schon vor Jahren mit den geschichtlich belegten Hexenprozessen. „Auch eine Urahnin von mir in 13. Generation – jene Margarethe Klöckh von Hammerbach – war eine von ihnen“, sagt Bader. Gerade das Jahr 1590 gehört zu den schwärzesten in der langen Geschichte der Grafschaft. Nun wird Baders 2015 erschienener historischer Roman „Magdalena“, der auf den überlieferten Fakten basiert, bei vier Vorstellungen im Grainauer Musikpavillon als Freilichtspiel auf die Bühne gebracht. „Auch wenn die Handlung weitgehend fiktiv ist, so ist alles doch wesentlich eingebettet in die historischen Zeitumstände und die tatsächlichen Ereignisse“, betont der Autor.

Die Vorbereitungen im Dorf laufen auf Hochtouren. Besondere, extra angefertigte Kulissen, eingespielte Filmsequenzen und das Mitwirken der Werdenfelser Landsknechte tragen dazu bei, dass das Mammut-Spektakel im Musikpavillon seine Wirkung auf die Zuschauer nicht verfehlt. Die Gemeinde Grainau, die als Veranstalter auftritt, hat bereits so manche Vorarbeit geschultert. Bauhofmitarbeiter zimmerten eifrig an den vielfältigen Bauten, und kürzlich hat die Darsteller-Crew am Höhenrain die Außenaufnahmen gedreht, die beim Spiel ergänzend zum Tragen kommen.

Viel Arbeit also für Spielleiter Stefan Kebinger, der aber schon voller Vorfreude ist: „Die Aufführungen werden durch das Rahmenprogramm und die über 30 Mitwirkenden noch beeindruckender als das Stück ,Waldbrüder‘.“ Es stammt ebenfalls aus der Feder von Josef Bader und war im Sommer 2004 sehr erfolgreich aufgeführt worden.

Neben den Darstellern der „Waldbühne Grainau“ – diese rekrutiert ihre Schauspieler in erster Linie aus den Reihen des Bauerntheaters – ist besonders das Mitwirken der Werdenfelser Landsknechte unter ihrem Hauptmann Josef Neuner (Schnitzer) ein Höhepunkt. Der Musikpavillon wird sich zwei Stunden vor Theaterbeginn in ein authentisches Lager der Landsknechte verwandeln. „Und für eine anständige Bewirtung durch den Volkstrachtenverein“, sagt Kebinger, „ist bei allen Theaterabenden ebenfalls gesorgt.“

Die Aufführungstermine im Musikpavillon am Parkweg sind Freitag, 15. und 22. Juli, sowie Samstag, 16. Juli und 23. Juli. Einlass ist jeweils um 18 Uhr. Die Vorstellungen starten um 20 Uhr und finden bei jeder Witterung statt; bei Regen steht ein Zeltdach bereit. Empfohlen ist das Stück ab einem Alter von zwölf Jahren. Kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es am Grainauer Kurhaus, Karten (12 Euro auf allen Plätzen ohne Platzreservierung) bei der Tourist-Information Grainau am Parkweg 8, beim Kreisboten und bei GAP-Ticket (Richard-Strauss-Platz, Garmisch-Partenkirchen).

Klaus Munz

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