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Realistisch: Die "Opfer" werden von den Einsatzkräften geborgen. 

So verlief die Groß-Übung

Feuer auf der MS Seehausen

Murnau/Spatzenhausen  - Ein Brand auf der MS Seehausen, eine eingestürzte Lagerhalle und mindestens 30 Verletzte. Bei einer großangelegten Übung haben über 200 Helfer des BRK am Wochenende unter realistischen Bedingungen mögliche Einsätze geübt. 

Friedlich schippert die MS Seehausen im letzten Abendlicht auf dem Staffelsee dahin. Die letzten Ausflügler kehren mit ihren Booten zurück und genießen den Sonnenuntergang. Plötzlich wird die Idylle durchbrochen, als gellende Schreie über den See hallen. Die Passagiere auf der MS Seehausen brechen in Panik aus. Verzweifelt klammern sie sich am Geländer fest und rufen um Hilfe, während sich bedrohliche Rauchwolken im unteren Teil des Schiffes ausbreiten. Nach kurzer Zeit erscheinen die ersten Rettungskräfte, die im Rahmen der groß angelegten BRK-Einsatzübung das ganze Wochenende aktiv waren. 

Mit Atemschutzmasken bewaffnet, machte sich die Seehauser Feuerwehr auf die Suche nach der Brandursache. Hier war ein kühler Kopf gefragt, da die Mimen ihre Sache sehr ernst nahmen und regelrecht durchdrehten. Ihre Bergung zur Versorgungsstelle an der Murnauer Bucht stellte eine weitere Herausforderung dar, weil die Einsatzkräfte in kurzer Zeit abwägen mussten, wer welche Hilfe benötigte. Hierzu waren die Darsteller mit Karten in fünf verschiedenen Farben gekennzeichnet. Rote hatten als Schwerverletzte oberste Priorität. Die 30 „Opfer“ wurden zuvor genau eingewiesen. So konnten Rauchvergiftungen, offene Brüche, Schockzustände und Bewusstlosigkeit überzeugend dargestellt werden. „Es geht darum, realistische Bedingungen für die Einsatzkräfte in solchen Großlagen zu schaffen“, betonte Michael Debertin, Kreisbereitschaftsleiter des BRK. 

BRK-Übung auf dem Staffelsee: MS Seehausen evakuiert

An dem Einsatz auf dem Wasser waren rund 210 Rettungskräfte aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau beteiligt. Es handelte sich dabei um das zweite von drei Szenarien. Neben einem Amoklauf wurde eine eingestürzte Lagerhalle auf dem Spatzenhausener Truppenübungsplatz inszeniert. Dabei mussten ebenfalls 30 Verletzte geborgen werden. Hierzu fanden sich auch die Bürgermeister aus der Umgebung sowie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ein. „Nach Vorfällen wie dem Hochwasser in Weilheim oder dem Terroranschlag in München ist es wichtig, für derartige Vorfälle in der Region gewappnet zu sein“, betonte Speer. Dem schloss sich Debertin an, der mit dem Ablauf insgesamt zufrieden war und besonders die gute Kooperation der Einsatzkräfte untereinander lobte: „Wir sind gut strukturiert und haben den Zeitrahmen eingehalten“, sagte er. Es galt, Schwerverletzte innerhalb von einer Stunde in ein (simuliertes) Krankenhaus zu befördern. Hierzu arbeiteten die Helfer im Akkord. „Ich habe noch nie an einem so großen Einsatz teilgenommen und das ist eine spannende Erfahrung“, meinte etwa Johannes Speer vom BRK- Einsatzteam Murnau.

Constanze Wilz

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