Wegen 179 Euro: Polizist von „Reichsbürger“ schwer verletzt

Wegen 179 Euro: Polizist von „Reichsbürger“ schwer verletzt

Ein Spezialeinsatz und fünf Aquaplaning-Unfälle auf der A95

Hirsch an der Autobahn erschossen

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Landkreis - Auf der A95 hatte die Polizei am Donnerstagmorgen einiges zu tun. Ein Hirsch hatte sich auf die Fahrbahn verirrt. Zudem kam es zu fünf Aquaplaning-Unfällen mit über 33.000 Euro Gesamtschaden. 

Ein Hirsch auf der Autobahn 95. Diese Meldung hat die Verkehrspolizei Weilheim am Donnerstagmorgen erreicht. Zwischen Großweil und Sindelsdorf lief das Tier neben der Fahrbahn auf und ab, wollte zurück in den schützenden Wald. Doch der Wildschutzzaun versperrte ihm den Weg. Um Unfälle zu vermeiden, sperrte die Polizei gegen 8 Uhr die Fahrbahn in Richtung München ab. Bestimmt eine halbe Stunde lang versuchten Helfer nach Angaben von Karl Wiedemann von der Verkehrspolizei, den Hirsch durch Tore im Schutzzaun zurückzutreiben. Und ihn zu retten. Vergeblich. Am Ende blieb laut Wiedemann nur ein Ausweg. „Man musste die konkrete Gefahr bannen“ – und den Hirschen töten. Dies gelang schnell. Denn zufällig stand ein Jäger in dem Stau, der sich aufgrund der gesperrten Fahrbahn gebildet hatte. Zufällig hatte er auch sein Gewehr dabei.

Irgendwie, findet Wiedemann, war der Donnerstag „eh so ein komischer Tag“. Viel Zeit haben er und sein Team auf der A95 verbracht. Und dort alt bekannte Erklärungen gehört.

„Die Leute unterschätzen die Gefahr von Aquaplaning“

Sätze wie „Ich kann doch nichts dafür“ oder „Ich bin nicht zu schnell gefahren“ kennt Wiedemann nur zu gut. Sie fallen, wenn er zu Aquaplaning-Unfällen auf der Autobahn gerufen wird. Standardmäßig erklärt der derzeitige Leiter der Verkehrspolizei Weilheim in diesen Fällen: dass erstens das Phänomen „nicht einfach da ist“, es zweitens nur durch das unangepasste Verhalten der Autofahrer entsteht und damit drittens „immer der Fahrzeugführer Schuld ist“. Und dass ihn nun viertens eine Anzeige wegen nicht angepasster Geschwindigkeit und rund 150 Euro Bußgeld erwarten. Am Donnerstag musste Wiedemann das öfter erklären. Denn auf der A95 krachte es bei starkem Regen zwischen 6.50 Uhr und 8.30 Uhr fünf Mal. „Die Leute unterschätzen die Gefahr von Aquaplaning“, sagt Wiedemann. Glücklicherweise wurden bei den Kollisionen drei Personen nur leicht verletzt. Es entstanden 33 000 Euro Gesamtschaden. Ein Unfall, zu dem es gegen 8 Uhr auf Höhe Wolfratshausen kam, ist nicht eingerechnet. Dazu fehlten bis Redaktionsschluss nähere Informationen.

Auf der A95 läuft das Wasser langsam ab

Auch die übrigen vier Unfälle ereigneten sich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, zwei davon zwischen Penzberg und Seeshaupt, einer in der Gegenrichtung sowie ein weiterer zwischen Sindelsdorf und Penzberg. Immer wieder entstanden Verkehrsbehinderungen.

Wiedemann hat die Erfahrung gemacht, dass es auf der A95 besonders oft zu Aquaplaning-Unfällen kommt. Auf der alten Straße laufe das Wasser schlechter ab. Es gilt, sein Tempo Regen und Nässe anzupassen. Dabei gibt es keine pauschale Geschwindigkeitsregel. Je schwerer das Auto, je tiefer das Profil und je schmaler die Reifen, desto besser die Haftung. Aber: „Das ist immer eine Gratwanderung.“ Jeder muss das Tempo selbst richtig einschätzen. „Und viele liegen leider falsch."

Rubriklistenbild: © dpa

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