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Nostalgie pur : Das erwarten die Zuschauer beim Bobrennen am Sonntag.

Historische Bobrennen am Rießersee

Faktor Spaß steht im Vordergrund

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Das Wetter hat den Bobfreunden vom SC Riessersee wieder einen Streich gespielt: Gästefahrten gab es keine, das Rennen aber wollen sie am Sonntag in jedem Fall durchziehen. Mit 20 Meldungen verzeichnen sie ein Rekordfeld an Startern.

Garmisch-Partenkirchen – Er versucht zu retten, was zu retten ist. So gestaltet sich die Situation für Rolf Lehmann. Eine Absage des historischen Bobrennens an diesem Sonntag (14 Uhr) auf der alten Olympiabahn am Rießersee kommt für ihn und sein fleißiges Helferteam einfach nicht in Frage. Zu viel haben sie wieder geschuftet in den vergangenen Tagen und Wochen. „Wir werden das Rennen in jedem Fall durchziehen“, stellt der Abteilungsleiter klar.

Das Wetter spielt den Bobfreunden vom Rießersee mal wieder einen bösen Streich. „Vor 14 Tagen war die Bahn in einem absoluten Bestzustand“, blickt Lehmann zurück. 15 Zentimeter Eis betrug die Schicht, die ein perfektes Rennen und vor allem Gästefahrten garantiert hätten. Wärme und Regen aber zogen den Eiskanal zuletzt arg in Mitleidenschaft. Schweren Herzens musste der SCR alle Fahrten unter der Woche streichen. So viel Arbeit, und wieder streikt das Wetter. Nur das Rennen, das wollen sich die Organisatoren nicht auch noch entreißen lassen. Sie werden auch in den nächsten Tagen alles geben, um den Eiskanal in einem guten Zustand zu haben. „Nachts friert es jetzt wieder, das hilft uns wenigstens ein bisschen“, sagt Lehmann.

20 Teams haben sich für das Rennen angemeldet. Ein Rekord. Nur die Schweizer haben jetzt abgesagt. „Für nur eine Fahrt war ihnen das zu viel Aufwand“, sagt Lehmann – und kann die Entscheidung verstehen. Der Rest aber will kommen – unbedingt. Der Bahnchef informierte die Teilnehmer zuletzt fast im zweitägigen Rhythmus per E-Mail über den neuesten Stand. Einen Trainingslauf wird es zum Beispiel nicht geben. Dafür eine ausgiebige Begehung eine Stunde zuvor mit ehemaligen Fahrern. Lehmann und der Ohlstädter Ex- Juniorenweltmeister Christoph Gaisreiter werden sich um die Crews kümmern. „Das bekommen wir schon hin.“

Lehmann hat keine Bedenken, die Wagemutigen auf die Strecke zu lassen. „Wir werden alles für die Sicherheit tun“, stellt er klar. Daher wird auch kein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Bahn besonders schnell wird. „Jeder soll gut unten ankommen und Spaß haben.“ Bei 20 Fahrten wird der Eiskanal natürlich leiden. „Es wird einige Spuren geben.“ Dass es zu viel für die alte Olympiabahn sein könnte – davon geht er nicht aus. „Die Kurven sind immer noch sehr gut, und wir werden sie noch weiter befestigen.“ Um die Strecke zu planieren, haben die Bobkameraden eine eigene Walze gebaut. „Damit habe ich die lange Gerade sicher 20-mal bearbeitet.“

Lehmann ist es wichtig, den Renncharakter der Veranstaltung ein wenig rauszunehmen. „Das müssen wir einfach tun, weil wir keine Trainingsfahrten anbieten können. Wir bringen die Bahn sonst einfach nicht mehr hin.“ Er glaubt aber nicht, dass dies der Veranstaltung schaden wird. „Das ist keine WM, es geht doch um die Historie, der Begriff allein sagt schon alles aus.“

Aufziehen werden die Riesserseer ihre Veranstaltung dennoch wie eine große. Ein Catering ist vorhanden, als Streckensprecher fungiert Wolfi Hostmann, Peter Gnilka über die handgestoppte Zeitnahme. Voller Einsatz also für die Zuschauer wie auch Fahrer, die mit den SCR-eigenen Bobs an den Start gehen. Interessante Namen befinden sich unter den Teilnehmern: Laut Lehmann hat sich Konstantin Kilian, Sohn der SCR-Boblegende Hanns Kilian (mehrfacher Weltmeister) angesagt. „Er ist noch nie auf einem Schlitten gesessen.“ Nun will er wiederum mit seinem Sohn starten. Dazu kommen „Profis“ wie die Ohlstädter Gaisreiter oder Florian Schablitzky, aber auch mutige Quereinsteiger von der Musikkapelle Partenkirchen oder den Schafkopffreunden aus Grainau. Nach der ganzen Arbeit hofft Lehmann in jedem Fall auf eine „Riesengaudi“.

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