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Historisches Bobrennen am Rießersee - ein voller Erfolg

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Aus der Bahn! Die „Hoargart Buam“ aus Ohlstadt haben vor zwei Jahren gewonnen. Heuer werden sie Vierte.

Das historische Bobrennen am Rießersee war mit 1500 Besuchern, Kaiserwetter und bester Stimmung ein voller Erfolg – trotz schlechter Bedingungen im Vorfeld. Sieger wurde das Team „Ohlstadt 1“.

Garmisch-Partenkirchen – Anmelden ist das Eine, runterfahren das Andere. So manchem Teilnehmer des dritten historischen Bobrennens an der Olympia-Bobbahn am Garmisch-Partenkirchner Rießersee hat sich das tief ins Gedächtnis eingebrannt. Kurz vor dem Start haben einige der wagemutigen Piloten doch richtig Muffesausen bekommen. Rolf Lehmann, Chef der Bobabteilung des SC Riessersee wirkte hingegen wie die Ruhe selbst. „Lenkt’s in der Mitte der Kurve“, gab er den Teilnehmern beim obligatorischen Rundgang an der Bahn vor dem Startsignal mit auf dem Weg.

Dabei hätte Lehmann Grund dazu gehabt, nervös zu sein. Wie befürchtet, hat das Wetter im Vorfeld nicht mitgespielt. Nicht einmal die beiden Probedurchgänge für jeden der Teilnehmer konnten angesichts der Plusgrade stattfinden. Das Risiko, dass die Bobbahn darunter leidet, wäre zu groß gewesen. „Wir haben sie gestern getestet“, sagte Lehmann. Alles habe wunderbar funktioniert. „Da wusste ich, das passt.“

Auf den Spuren von Hanns Kilian

Am Tag des Rennens waren die Wetter-Sorgen wie weggeblasen. Minus-Temperaturen und Kaiserwetter kamen wie bestellt. Die Stimmung der 1500 Zuschauer, die an den Rießersee gefahren waren, um das Spektakel zu sehen, war bestens. Die von Lehmann auch. Den Teilnehmern traute er den Start ohne Probedurchgänge zu, weil die Bahn heuer nicht so eisig und schnell war, wie vor zwei Jahren. Die Nervosität blieb bei so manchem dennoch hartnäckig. Babsi Hostmann, Tochter von Moderator Wolfi Hostmann, trat mit dem Team „Bob Farchant“ an. Sie wusste nicht so recht, auf was sie sich da eingelassen hatte. „Ich bin sehr nervös“, sagte sie vor dem Start. Nicht anders ging es Constantin Kilian, Sohn des legendären Garmisch-Partenkirchner Bobfahrers, Weltmeisters und Olympiasiegers Hanns Kilian. Gemeinsam mit seinem Sohn Marcus und seinem Neffen Philip Ziegler fuhr er zum ersten Mal die historische Bobbahn hinunter. Die, auf der sein Vater Hanns Kilian bei den Olympischen Spielen 1936 Bestzeiten geschafft hatte. „Sie sind auf den Spuren des Vaters“, sagte Hostmann. Die Abfahrt war ein „Riesen-Spaß“, sagte Kilian. Zwar reichte es nicht für den zweiten Durchgang, die Freude an der Sache war allen Dreien jedoch anzumerken. Gewundert haben sie sich dennoch über ihre Zeit von 1,18 Minuten. „Obwohl wir nie gebremst haben“, betonte Marcus Kilian.

Die gute Stimmung vor Ort begeisterte die Teilnehmer

Ein Beweis dafür, dass Anfänger auch Glück haben können, lieferten die drei Teilnehmer der Musikkapelle Partenkirchen, die mit ihrem gleichnamigen Team nach dem ersten Durchgang gleich Platz eins geschafft hatten. Das Publikum jubelte. Eine „absolute Gaudi“, sagte Andi Weber (19) begeistert. Dass die Partenkirchner Lokalmatadore beim zweiten Durchgang gestürzt sind, war dann nicht ganz so schlimm.

Die gute Stimmung vor Ort war auch die Entschädigung für den dritten Platz der „Schafkopffreunde U’Grainau“, mit den bewährten Bobfahrern Sepp Bader, Andre Gottwald und Ludwig Jagst. „Der erste Platz wär’ mir scho lieber gewesen“, sagte Bader mit einem Augenzwinkern. Den zweiten Platz belegte das „WSV Oberaudorf Bob 1“-Team mit Franz Kronast, Erwin Resch und Stefan Hirnböck. Sieger des Rennens wurde „Ohlstadt 1“ mit Florian Schablitzky, Vitus Mangold und Mathias Hirgeist. „Wir haben’s krachen lassen“, sagt Schablitzky. Auch für Lehmann war das Rennen ein voller Erfolg. „Den Leuten hat’s gefallen.“ Das entschädigte für alle Schwierigkeiten.

Magdalena Kratzer

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