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Viel Applaus gibt es für (v.l.) die Theaterer Berni Thier, Willibald Wackerle, Bernhard Bartl, Gerlinde Allinger, Martin Leichte und Vize-Vorstand Stefan Bobinger. 

Oberauer Trachtenverein

Hochprozentiges Theatervergnügen

Oberau – Jeder Menge Applaus gab es für das neue Stück der Oberauer Theaterer.

Eine Bühnenkomödie der Spitzenklasse haben die Zuschauer beim Premierenabend im ausverkauften Oberauer Trachtenheim erlebt, wo die Theatergruppe mit dem Lustspiel-Dreiakter „Die bayerische Prohibition“ eine grandiose Leistung auf die Bühne gebracht hat. Nicht nur der Schlussapplaus hielt besonders lange an, dank Wortwitz und Situationskomik ernteten die vor Spielfreude geradezu sprühenden und höchst textsicheren Akteure immer wieder Lachsalven und Beifall.

Das Drehbuch von Peter Landstorfer eröffnete ihnen dafür aber auch alle Möglichkeiten: Ein bis ins Detail in die vorletzte Jahrhundertwende versetztes Bühnenbild und authentisch wirkende Kostüme taten das ihre für einen vergnüglichen, ja „hochprozentigen“ Theatergenuss.

Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist nämlich in einem oberbayerischen Dorf der alljährliche „Brandltag“, an dem die Bewohner in der Destille des Wirtshauses aus dem Obst der Gärten gemeinsam ihren Schnaps brennen – und ihn anschließend konsumieren. Mit von der Partie sind außer dem Brandlwirt (schlitzohrig: Bernhard Bartl) dessen Frau Peppi (g’schert: Irmi Fleischhacker) die anderen Dorfbewohner, zum Beispiel der Mesner Girgl (bieder: Toni Wäger), der Postbote Pongratz (betulich: Hannes Jais), der Bader (hintergründig: Willibald Wackerle), die Pfarrersköchin Afra (g’fotzert: Petra Thier), der Totengraber Schorsch (oberschlau: Markus Bielmeier) und dessen Frau (Ratschweib: Christine Staltmayr).

Sie genießen den Festtag als das Schicksal zuschlägt: Mit wirbelndem Krach erscheinen nämlich der Gendarm (streng: Stefan Bobinger) sowie der Trommler (Horst Krammer) und verkünden eine Verfügung vom Preußenkaiser Wilhelm, dass ab sofort das Schnapsbrennen bei harter Strafe bis hin zum Kerkeraufenthalt verboten ist: Prohibition also!

Trotzig machen die Dörfler weiter mit ihrer Produktion. Doch da taucht auf einmal der Defraudator (amtsgewaltig: Martin Leichte) auf und setzt dem Treiben ein jähes Ende. Die Frauen schmieden daraufhin einen raffinierten Plan, wie das Verbot umgangen werden kann. Das funktioniert freilich auch nur sehr vorübergehend und der widerliche Defraudator führt die Schwarzbrenner ab ins Gefängnisloch.

Wie es weitergeht und ob ein glückliches Ende winkt, das sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Denn die Oberauer führen ihr Stück, das für jeden heimischen Bauerntheater- und Komödienfreund ein fast absolutes Muß ist, in den kommenden Wochen noch viermal auf: Am 5., 12., 13., und 26. Mai, jeweils um 20 Uhr. Der Kartenvorverkauf erfolgt übers Verkehrsamt (Telefon 0 88 24/9 39 37).

Großes Lob für die tolle Inszenierung und das ausgefeilt aufwendige Bühnenbild, bei dem sogar das Destillerie-Gerät echt zu funktionieren scheint, dem Regisseur Berni Thier, den Technikern Hansjörg Putz und Stefan Bobinger sowie der Souffleuse Gerlinde Rückborn.

Geehrt:

Für 60 Jahre Mitgliedschaft: Gerlinde Allinger. Seit 25 Jahren dabei: Bernhard Bartl, Willibald Wackerle sowie Martin Leichte.

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