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Bürgermeister vor Ort: Adolf Hornsteiner (r.) inspiziert mit Experten Toni Schönach die Baustelle.

Lainbach-Zähmung voll im Soll

Fieselarbeit erfordert Fingerspitzengefühl

Mittenwald - Der Mai ist bisweilen stürmisch und regnerisch gewesen. Trotzdem liegt die Marktgemeinde Mittenwald in puncto Lainbach-Hochwasserschutz zeitlich im Soll.

Was war das für ein Unwetter am vergangenen Wochenende. Der Mai verabschiedete sich stürmisch im Oberen Isartal. Während draußen Hagelkörner – so groß wie Golfbälle – niederprasselten, wird dem einen oder anderen Rathaus-Verantwortlichen beim Blick auf den Mittenwalder Lainbach etwas mulmig gewesen sein.

Denn die Mammut-Verbauung dort ist eine hochsensible Baustelle. Um die 13 Tonnen schweren Fertigteile fürs Bachgerinne in den Lainbach einzusetzen, musste das Flussbett trocken gelegt werden. Das Wasser wird momentan über zahlreiche Schläuche und Rohre umgeleitet. Doch glücklicherweise hatte Petrus ein Einsehen und stoppte den Regenschauer noch rechtzeitig, wodurch sich die Wassermassen in Grenzen hielten. Über ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde floss am Wochenende durch die improvisierten Rohre, wie Bauleiter Anton Schönach erklärt.

„Das ist ein Fünftel vom Hochwasserfall“, präzisiert Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Im Normalfall fließen 200 bis 300 Liter pro Sekunde. In Anbetracht dessen, dass ein Kubikmeter Wasser knapp die Masse von einer Tonne beträgt, werden die Ausmaße überhaupt erst vorstellbar. Der Hagel jedoch war für die Baustelle belanglos. Der mache den Maschinen, der Konstruktion und dem Beton sowieso nichts, versichert Tiefbau-Experte Schönach aus Eschenlohe.

Nun heißt es: aufatmen. „Wir sind genau im Zeitplan“, ergänzt Hornsteiner. Nicht zu spät, aber auch nicht zu früh. „Eine Punktlandung also.“ Der erste Teilabschnitt, die Bauarbeiten rund um den sogenannten „Sandkasten“ am Zwergerhaus am Eingang zum Laintal, ist erfolgreich abgeschlossen. Nun wird Stück für Stück der Lainbach mit massiven Fertigbauteilen aus Beton neu eingekleidet. „Eine Fieselarbeit“, wie Schönach feststellt. Mit Fingerspitzengefühl wird gewissenhaft Teil um Teil aneinander gesteckt, wie bei einem Puzzle. Rund 15 Bauarbeiter sind tätig, um das Mammutprojekt voran zu treiben und künftig die Lainbach-Anwohner vor Hochwasser zu schützen.

Doch natürlich gibt es auch einen Plan B, sollte es doch Sturzbäche regnen, und sollten die Wassermengen zu viel für die Pumpe an der Baustelle werden. Für dieses Szenario wurden „Blechgerinne vorbereitet, die in der Baustelle das Wasser weiterleiten“. Zerstört werden kann an den bisherigen Bauarbeiten aber nichts mehr. Allerdings „müsste die Baustelle dann zu dieser Zeit ruhen“.

Und diese zeitliche Verschiebung wäre schlecht für alle Beteiligten, vor allem für die Anrainer, die sich momentan mit einer Großbaustelle vor ihrer Haustür konfrontiert sehen. Doch hier kann Bürgermeister Hornsteiner nicht genug loben: „Die Anlieger sind sehr kooperativ“, weshalb Beschwerden bisher ausblieben. Ganz im Gegenteil: „Die machen eine hervorragende Arbeit“, versichert Ludwig Hornsteiner (Maggerle Luggi), der täglich die Baufortschritte direkt vor seiner Haustür oder von seinem Balkon aus interessiert beobachtet. Josef Hornsteiner

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