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Interessantes von früher liefert zum Thema Lainbach Anwohner Ludwig Neuner (2. v. r.). Ihm hören (v. l.) Tiefbauamtschef Jochen Neuner, Bauleiter Toni Schönach und Bürgermeister Adolf Hornsteiner gespannt zu.

Hochwasserschutz in Mittenwald

Millionenprojekt am Lainbach: Alles läuft nach Plan

Mittenwald - Vor drei Wochen haben in Mittenwald die Arbeiten für ein ambitioniertes Millionen-Projekt begonnen: der Lainbach-Hochwasserschutz. Bislang verlief alles nach Plan. Das Gerinne im ersten Abschnitt vom Eingang Laintal bis zur Puit soll bis Ende Juli fertiggestellt sein. 

Voll im Soll – so lautet das erste Zwischenfazit von Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) in puncto Hochwasserschutz am Lainbach. Dabei erlebte er von Sonn- auf Montag „die erste spannende Nacht“. Denn eines können die Verantwortlichen an der längsten Baustelle des Oberen Isartals momentan gar nicht gebrauchen: kübelweise Regen. Dann nämlich stoßen die aktuellen Provisorien zwischen dem Zwergerhaus (Eingang Laintal) und der Kuranlage Puit bei zu großen Wassermengen an ihre Kapazitätsgrenzen. So gesehen, wäre ein Hitze-Sommer wie 2015 genau der richtige Rahmen für die Umsetzung dieses Acht-Millionen-Euro-Projekts (ein Viertel begleicht der Mittenwalder Steuerzahler).

Derzeit gibt es zwei interessante Baustellen entlang des Lainbachs, der beim Pfingsthochwasser 1999 zu einer reißende Flut mutierte und vor allem den Ortsteil Gries in Klein-Venedig verwandelte: die Bachverlegung direkt hinter der Wandelhalle der Puit und der neue Sandfang am Zwergerhaus. Dort befindet sich auch das Anwesen von Ludwig Neuner. „So was wie 1999 vergisst man nicht“, erinnert sich der Maggerle-Luggi an die dramatischen Stunden, als die Pegel stiegen und stiegen. „Da ist soviel Dreck daher gekommen.“ Umso glücklicher ist der rüstige Rentner, dass das in den 1950ern realisierte Bachgerinne von Grund auf erneuert wird. Wie porös an manchen Stellen die Lainbach-Einfassung ist, verdeutlicht Bauleiter Toni Schönach. Mit dem Fuß kann dieser am Rand des alten Gerinnes den Stampfbeton entfernen. Was an solch neuralgischen Punkten dann erst entfesselte Wassermassen anrichten können, verdeutlicht Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). „Dann geht’s dahin, dann ist Feierabend.“ Doch soweit soll’s nach Fertigstellung des Hochwasserschutzes 2018 nicht mehr kommen.

Am Sandfang befördert aktuell ein riesiges Kunststoffrohr sozusagen als Überbrückung das Laintalwasser in den bestehenden Kanal. Die derzeitigen Mengen schluckt dieser Bypass in dem Auffangbecken problemlos. Ein Stahlnetz, das in der Folgezeit vor dem Übergang am Zwergerhaus realisiert wird, soll das Gerinne künftig von Treibholz freihalten. Denn nicht zuletzt sperriges Gehölz sorgte in der Vergangenheit gerade an Engstellen immer wieder für ein gefährliches Aufstauen des Lainbachs, im Fachjargon Verklausung genannt. Große Fortschritte haben die Arbeiter – zwischen sieben und 15 Mann sind im Einsatz – bereits an der Wandelhalle erzielt. Im neuen Bachlauf, ausschließlich auf Gemeindegrund, sind mehr als die Hälfte der Fertigbetonteile eingesetzt. Dann kann der Lainbach in ruhigen Bahnen verlaufen. Bis Ende Juli soll der erste Bauabschnitt realisiert sein. Weitere zwei Monate werden für Gehsteig-Erneuerungen, Bachüberbauungen und ähnliches benötigt.

Christof Schnürer

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