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Murnau ist beliebt bei Zweitwohnungsbesitzern. 

Mehreinnahmen sollen Einheimischen zugute kommen. 

Höhere Steuer für Zweitwohnungen in Murnau

Da ist noch Luft nach oben. Diese Meinung vertreten Veronika Jones und Sabine Pecher in puncto Zweitwohnungssteuer in Murnau. Sie fordern eine saftige Anhebung.  

Murnau – In Murnau lässt es sich gut leben. Wohnungen sind jedoch rar gesät. Wer an den Staffelsee ziehen möchte, braucht bei der Suche nach einer passenden Bleibe viel Geduld. Und das nötige Budget. So manchem Einheimischen sind deshalb auch Besitzer von Zweitwohnungen ein Dorn im Auge, deren Wohnungen außerhalb der Ferienzeit – oft die meisten Monate im Jahr – leer stehen. Im bayerischen Oberland ist dieses Problem nichts Neues. Auch in Garmisch-Partenkirchen oder in den Nachbarlandkreisen – vor allem am Tegernsee im Landkreis Miesbach – sind die Verhältnisse ähnlich. Dennoch müssen Zweitwohnungsbesitzer in Murnau weniger Steuern zahlen als dort. Nämlich nur 7 Prozent. In Garmisch-Partenkirchen sind es hingegen 9, in Oberammergau sogar 15 Prozent. Diese Zahl schwebt auch Veronika Jones (Bündnis 90/ Die Grünen) und Sabine Pecher (ÖDP/Bürgerforum) vor.

„Da ist noch Luft nach oben“, finden die beiden Gemeinderätinnen. Sie beantragen deshalb eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer. Thema ist dies bei der Hauptausschusssitzung am Donnerstag, 16. März. Abgesegnet werden muss der Antrag in der nächsten Gemeinderatssitzung am 23. März.

Im Landkreisvergleich kassiert Murnau wenig

Seit Anfang 2016 müssen Besitzer von Zweitwohnungen in Murnau sieben Prozent auf die Jahresrohmiete – ein Wert, der vom Finanzamt ermittelt wird – zahlen, sagt Kämmerer Hubert Süß. Zuvor gab es Stufensätze. Zwischen 170 000 bis 180 000 Euro nimmt der Markt jährlich mit Zweitwohnungen ein. Geht es nach Jones und Pecher könnten es noch um einige Euro mehr sein.

Ihnen strebt eine Erhöhung bis zu 15 Prozent – also mehr als doppelt so viel wie jetzt – vor. Sukzessive sollte die Steuer jährlich in 2-Prozent-Schritten angehoben werden. „Dann kommt nicht alles auf einen Schlag“, sagt Jones. Bis zu 200 000 Euro mehr Einnahmen kämen der Gemeinde damit zugute. Jedes Prozent brächte 25 000 Euro. Der höhere Steuersatz würde keine Armen treffen, da sind sich Jones und Pecher sicher. „Wer in Murnau eine Zweitwohnung besitzt, dem kann es im Allgemeinen nicht so schlecht gehen“, betont die Grünen-Politikerin. Das Plus an Einnahmen könnte dafür dem kommunalen Wohnungsbau zugutekommen – also den Einheimischen. „Ich denke, dass wir das gut brauchen können“, betont Pecher.

Bei einer Haushaltsbesprechung im Rathaus sind Jones und Pecher erst darauf aufmerksam geworden, dass Murnau im Landkreisvergleich relativ wenig für Zweitimmobilien kassiert. „Wir dachten uns, da geht noch was“, sagt Jones. Aus rechtlicher Sicht könne die Gemeinde die Steuer selbst anpassen. Dies sollte sie nach Ansicht von Jones und Pecher auch tun. Sollten dadurch weniger Menschen eine Zweitwohnung in Murnau kaufen wollen, oder dadurch sogar Immobilien frei werden, wäre das ihrer Meinung nach nicht das Schlechteste. „Die ständen dann dem lokalen Wohnungsmarkt zur Verfügung.“

Magdalena Kratzer

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