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Noch liegen die riesigen Holzlager unter einer Schneedecke: Sie werden nun Zug um Zug abgebaut.

Qualität hat kaum gelitten

Holznasslager: Dauerdusche hat Zweck erfüllt

Altenau - Die Holznasslager in Unternogg mit 65 000 Festmeter werden wieder aufgelöst. Dem Forstbetrieb entstanden mit der Auslagerung unzähliger Fichtenstämme Gesamtkosten von zirka 1,3 Millionen Euro.

Es ist eine gewaltige Aktion, die der Forstbetrieb Oberammergau da im vergangenen Jahr gestartet hat: Um den Holzmarkt mit den sinkenden Preisen zu stützen, was insbesondere den Privatwaldbesitzern zugute kam, haben die Verantwortlichen der Staatsforststelle, die vom Wettersteingebirge bis zum Hohen Peißenberg und von Neuschwanstein bis ins Loisachtal reicht, zwei riesige Nasslager mit ständiger Beregnung in Unternogg bei Altenau angelegt. 65 000 Festmeter wurden da an zwei Stellen – an der Halbammerbrücke bei Unternogg sowie im Bereich Jungholz Richtung Wilder Jäger – angelegt; dafür waren rund 2500 Lkw-Fahrten notwendig. Dem Forstbetrieb entstanden mit der Auslagerung unzähliger Fichtenstämme Gesamtkosten von zirka 1,3 Millionen Euro. Doch für den Stellvertretenden Leiter der Oberammergauer Dienststelle, Richard Baur, „hat sich das Ganze auf jeden Fall gerechnet“.

Erleichert und zufrieden war man beim Forstbetrieb vor allem, dass die Holzqualität durch die halbjährige Dauerberegnung kaum gelitten hat. Dazu Baur: „Erste Probeschnitte am eingelagerten Holz haben gezeigt, dass die Ware fast so gut ist wie frisches Holz. Die Stämme sind äußerlich von Algenbewuchs zwar dunkel verfärbt, doch gehen diese Verfärbungen nur wenige Millimeter in den Holzkörper hinein.“

Vergangene Woche hat nun die Auflösung der beiden Baumlager begonnen, zunächst in Unternogg, später folgt Jungholz. Speditionen aus dem südbayerischen Raum bringen mit Holztransportern die Bäume zur Firma Illim Timber Bavaria, die übrigens einem russischen Investor gehört, nach Landsberg. Der Abfuhrzeitpunkt ist laut Baur „bewusst gewählt“: Es gebe derzeit am Markt ganz wenig Frischholz, wodurch sich auch wieder gute Preise erzielen ließen: „Für Langholz werden schon wieder bis zu 100 Euro pro Festmeter bezahlt.“ Die Umweltbelastung durch die vielen Lkw-Fahrten stellt der Forstexperte in Relation zu Alternativlösungen: „In vielen Bäumen war der Käfer drin, wir mussten da schnell handeln. Wenn wir das Holz sofort verkauft hätten, wäre der Preis noch weiter in den Keller gegangen. Und hätten wir auf die Nasslagerstrategie verzichtet, hätten wir die Stämme chemisch behandeln müssen, um die Käfer abzutöten. Da wären mehrere Tonnen Insektizide freigesetzt worden.“ Diese Methode der Konservierung würde jedoch laut Baur beim Forstbetrieb seit über 20 Jahren nicht mehr angewandt: „Wir wollen giftfrei bleiben.“

Nach Auffassung des Forstbetriebs-Vize hätte durch den regen Lkw-Verkehr die Kiesstraße Richtung Wilder Jäger kaum gelitten: „Da ist uns sicher der trockene Sommer entgegengekommen.“ Auch habe man versucht, die Belastung für Anwohner in einem erträglichen Maß zu halten. Am stärksten betroffen war sicher das Forsthaus Unternogg. Wirt Hubert Gruber sieht jedoch keinen Anlass zur Klage: „Sicher sind viele Laster gefahren, aber für uns und unsere Gäste war das kein großes Problem. Es gab kaum Beschwerden.“

Hutter Ludwig

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