+
Starke Männer auf rasenden Schlitten gibt’s wieder beim Partenkirchner Hornschlittenrennen zu bewundern.

Gaudi & Sport

Hornschlittenrennen: Vorfreude auf den Dreikönigstag

Garmisch-Partenkirchen – Zum 48. Hornschlittenrennen werden am Dreikönigstag wieder tausende Zuschauer an der Strecke erwartet.

„Die Mischung ist’s“, sagt Peter Strodl. „Diese ganz spezielle Mischung aus Gaudi und spannendem Sport macht unser Rennen so interessant, dass alle Jahre tausende Zuschauer kommen.“ Der Chef des Partenkirchner Hornschlittenvereins ist fest davon überzeugt, dass dies auch am Dreikönigstag nicht anders ist. „Alles ist optimal vorbereitet.“ Pünktlich ab 12.30 Uhr werden ein paar hundert Frauen und Männer beim 48. Hornschlittenrennen um die Bayerische Meisterschaft die Eispiste zwischen Partnachalm und Wildenau hinunterdonnern. Auf Renngeräten, die dem Heimatmuseum entliehen sein könnten oder in der Schupf gefunden wurden.

Genau wie im Gründungsjahr 1970, als ein paar junge Leute zu fortgeschrittener Nachtstunde auf die Schnapsidee verfielen, Opas alte Holzschlitten, die einst nur zum Holz- und Heutransport von Bergeshöhen hinunter ins Tal konstruiert worden waren, für den Sport zu missbrauchen. Einen nicht ganz ungefährlichen immerhin, denn für diesen Zweck und eine Vier-Personen-Beladung waren sie nicht entworfen worden. Heutzutage sind sie in der Ausschreibung zum Rennen ganz offiziell als „Hornschlitten in Werdenfelser Bauweise“ ausgewiesen und die einzigen Kufenfahrzeuge, die bei diesem Wettbewerb, in dem sie Tempo 90 oder gar 100 erreichen, benützt werden dürfen.

Kufen – das bedeutet natürlich auch Schnee und Eis. Ob diese Gleitmittel am Dreikönigstag in genügender Menge vorhanden sind, ist seit vielen Jahren die große Sorge der Veranstalter. Um diese Zeit ist in Talnähe zunehmend weniger vom „weißen Gold“ vorhanden. Weshalb auch die Hornschlittler zu dem seit vielen Wochen mit Schneekanonen hergestellten „technischen Schnee“ zurückgreifen müssen. „Im vorigen Jahr hatten wir zuwenig“, sagt Strodl, „weshalb wir die Piste um 200 Meter kürzen mussten. Doch heuer ist es anders: Wir bekommen Schnee vom Citysprint in Garmisch, wir erhalten auch einiges von der Präparierung der Olympiaschanze im Skistadion, obwohl dort am 12. Januar das Continental-Cup-Springen stattfindet wird. Schließlich rechnen wir auch mit Hobelschnee vom Eisstadion.“ Schließlich gilt bei den Partenkirchner Museums-Rennfahrern ein Versprechen, das sie einst „für alle Zeiten“ gegeben haben: „Unser Rennen fällt nie aus“. Was in der bisherigen Renn-Historie auch lückenlos erfüllt worden ist.

Schon seit Anfang Dezember läuft die Anmeldefrist für die Teilnehmer. Die Organisatoren rechnen auch heuer wieder mit etwa 80 männlich und 15 weiblich besetzten Schlitten, die nicht nur aus Bayern, sondern auch aus nördlicheren und östlicheren deutschen Landen, sowie aus der Schweiz und Südtirol kommen. Sieger wurden 2016 bei den Herren das Team „Volkssport Trusetal“ aus Thüringen (1.10,96 Minuten) vor Besatzungen aus Schlehdorf und Gaißach. Bei den Damen gewannen die vier Schlehdorferinnen „Vögelfreunde – Herz ist Trumpf“ vor Mannschaften aus Sulzberg und Garmisch-Partenkirchen.

Wie im vergangenen Jahr sind die Ansager Matthias Grasegger sowie Sepp Brückner. Hoffentlich können die beiden, wenn sie gegen 15 Uhr die drei schnellsten Schlitten ausrufen, auch mal wieder ein Werdenfelser Team ganz oben auf dem Siegertrepperl vermelden. Während des Rennes ist ein Weltrekord-Versuch geplant – allerdings mit einem Schweizer Schlitten: Fritz Dönni aus der Südostschweiz hat den mit 6,50 Meter Länge und 2,80 Metern Höhe größten Hornschlitten der Welt gebaut, transportiert ihn nach Partenkirchen und will mit diesem Kufen-Ungeheuer die kleine Schanze im Zielraum überspringen. wolfgang kaiser

Die Siegerehrung

findet am Abend ab 19 Uhr in der Bayernhalle beim Hornschlittenball mit der bekannten Party-Band „Dreisam“ statt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Wolf ist da! Spuren am Hörnle gesichtet
Was für eine Entdeckung! Ein Jäger hat im Bereich Aufacker/Hörnle Spuren eines Wolfes gefunden. Ein Experte geht von einem jungen Tier aus. 
Der Wolf ist da! Spuren am Hörnle gesichtet
Maschkera-Umzug: Ein Ort steht Kopf
Der Unsinnige Donnerstag in Mittenwald hätte nicht schöner sein können: Maschkera und tausende Schaulustige bevölkerten bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen …
Maschkera-Umzug: Ein Ort steht Kopf
Stromverträge: Tricksereien am Telefon
Mittenwalder werden derzeit mit unerlaubter Telefonwerbung konfrontiert. Dubiose Strom-Anbieter sind auf Kundenfang.
Stromverträge: Tricksereien am Telefon
Stirbt die Mundart im Werdenfelser Land aus?
Die Dialekte haben einen schweren Stand. Kinder reden eher nach der deutschen Schriftsprache. Um dem Verlust der Mundarten entgegenzuwirken, sind nun Eltern, Erzieher …
Stirbt die Mundart im Werdenfelser Land aus?

Kommentare