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Hat Prinzipien: Carola Glas, Inhaberin des Hotel Turmwirt, achtet auf den individuellen Umgang mit Gästen. 

Passionsspiele werden Herausforderung in Sachen Personal

Hotel Turmwirt unter neuer Flagge

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Oberammergau - Schwere Zeiten für kleine Betriebe: Das Hotel Turmwirt schließt eine Kooperation mit „AKZENT“, um einen starken Partner an der Seite zu haben. 

 Carola Glas steht an der Rezeption, ein Mann und eine Frau kommen auf sie zu. Die beiden Gäste verabschieden sich von der Geschäftsführerin des Hotel Turmwirt, bedanken sich für den schönen Aufenthalt. Diesen persönlichen Kontakt schätzt sie. Er gehört zu den Werten des Betriebs an der Ettaler Straße in Oberammergau. Werte, die Glas beibehalten will – selbst in Zeiten, in denen sich der Hotelmarkt im ständigen Wandel befindet, vor allem bei den Ketten. Den spürte auch sie – und reagierte darauf. Das Drei-Sterne-Superior-Haus hat eine neue Kooperation geschlossen und wechselt zum 1. Oktober seinen Namen in „AKZENT Hotel Turmwirt“.

Eine Zwangsentscheidung war es nicht, trotz der Rahmenbedingungen. „In diesem Umfeld ist es umso wichtiger, Teil einer starken Marke und einer aktiven Marketingorganisation zu sein“, betont Glas. Das war auch der Grund, warum sich das Haus im Jahr 1984 der „Minotel“-Hotelkooperation (später: mD-Hotelkooperation), einem Verbund von Privathotels, angeschlossen hat. Doch diese sei „geschrumpft, mangels Mitglieder“, erklärt die Turmwirt-Chefin die Neu-Orientierung.

Mit „AKZENT“ – derzeit vereint die Gruppe 95 privat geführte Hotels in Deutschland und ein Hotel in Österreich – hat sie einen Partner zur Seite, der auf die Werte setzt, die ihr am Herzen liegen. „Man darf sich selber bleiben“, sagt sie über den großen Vorteil. Nicht der einzige: Es gibt auch ein erweitertes Leistungspaket mit Personalschulungen und Online-Kursen. Und das auf regionalerer Basis. „Man muss nicht durch ganz Deutschland fahren“, sagt Glas, die die Turmwirt-Leitung seit 2011 in vierter Generation übernahm. Außerdem profitiere man von dem Austausch zwischen den Mitgliedern, allesamt kleine familiengeführte Hotels.

Bereits vor drei Jahren machten sich die Schwierigkeiten für kleinere Kooperationen, den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, bemerkbar. Für Glas war es also eine Entscheidung, die sie nicht von Heute auf Morgen getroffen hat. „Das große Problem ist immer das Budget“, sagt sie. Mehr Mitglieder, mehr Volumen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, wird’s heikel. Denn die Häuser brauchen die Unterstützung, gerade in puncto Werbung. „Man muss Geld in die Hand nehmen“, sagt sie. „Aber allein ist man verloren.“ Deshalb arbeitet sie auch mit dem Tourismusverbund Ammergauer Alpen so eng zusammen wie nur möglich.

Über die derzeitige wirtschaftliche Situation möchte die Turmwirt-Inhaberin nicht klagen. Zwar werde die Konkurrenz immer größer, aber „ich bin zufrieden, wie es läuft“. Der Trend zum Heimat- und Aktivurlaub ist ihr zufolge spürbar, viele Wanderer und Radfahrer buchen sich ein. Mehr als früher. Und das Großereignis, die Passionsspiele 2020, rücken mit gewaltigen Schritten näher. „Die Anfragen sind da“, sagt Glas. Schließlich planen die Reiseveranstalter aus Übersee bereits um die drei Jahre im Vorfeld. Beim Gedanken an das Gelübdespiel steht sie wie der Rest ihrer Kollegen vor einer großen Herausforderung. Das Personal fehlt. Zwei Fragen drängen sich auf: Wo treibt man die Kräfte auf? Wo bringt man sie unter? „Das wird noch eine heiße Nummer.“

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