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Sollen Fakten auf den Tisch legen: Peter und Patrick Berrendorf.

Baubeginn noch 2016?

Hotelprojekt: Das erwarten die Fraktionen von der Sitzung

Mittenwald  - Mittenwalds Tag X steht vor der Tür: Am Mittwoch sollen die Planer des Mittenwalder Hotelprojekts nicht nur endlich Ross und Reiter nennen. Dem Vernehmen nach wird hinter geschlossenen Rathaus-Türen auch eine Entscheidung getroffen.

Über ein Jahr herrschte zwischen Projektplanern und Gemeinderat Funkstille. Doch heute Abend soll Klartext zum Thema Hotelprojekt im Mittenwalder Rathaus gesprochen werden. „Das ist der Tag X“, bringt es Georg Seitz (Freie Wähler) auf den Punkt. „Eine der wichtigsten Sitzungen überhaupt“, beschreibt Regina Hornsteiner (CSU) die Brisanz der mit Spannung erwarteten Zusammenkunft mit Peter und Patrick Berrendorf von der federführenden Berliner Projektentwicklungs-GmbH.

Im Vorfeld dieses – nicht öffentlichen – Treffens wurde nichts dem Zufall überlassen. Beide Seiten gehen gut vorbereitet in die Sitzung. So soll die Verwaltungsspitze (Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Amtsleiter Hermann Baier und Marktbaumeister Ralf Bues) via Skype mit den Berrendorfs bereits intensiv Kontakt aufgenommen haben. Ausfluss dessen soll bei den Planern die Erkenntnis gewesen sein: Wir müssen liefern und dem Ratsgremium Ross und Reiter nennen. Soll heißen: Die Finanzierung und Investoren offenlegen sowie die Betreibergesellschaft des künftigen Vier-Sterne-Superior-Hotels preisgeben. Die Botschaft aus dem Oberen Isartal scheint angekommen zu sein. Denn wie die Berrendorfs gegenüber dem Tagblatt bestätigten, könnten sie mit guten Nachrichten punkten. „Abhängig von der Wetterlage erscheint uns ein Baubeginn auch noch in 2016 möglich“, teilte Patrick Berrendorf mit.

Zeit wird’s, dass Fakten auf den Tisch kommen, findet mit Rudi Rauch (SPD) einer, der dieses Millionen-Projekt von Anfang an (2009) im Gemeinderat begleitet. „Dass eine gewisse Ungeduld und Misstrauen aufgekommen sind, das liegt doch in der Natur der Sache“, verdeutlicht der 74-Jährige. „Wir sind alle neugierig und gespannt.“

„Wir erwarten uns klare Aussagen“, meint wiederum Ratskollegin Regina Hornsteiner. „Dann werden wir entscheiden.“ Denn dem Vernehmen nach soll diese Sonder-Sitzung nicht nur informellen, sondern vorentscheidenden Charakter haben. Die finale Frage des Bürgermeisters am Ende einer mehrstündigen Klausur könnte demnach sein: Macht eine weitere Zusammenarbeit zwischen den bisherigen Vertragspartnern Sinn oder nicht? Laut dem vor Jahren geschlossenen Städtebaulichen Kontrakt soll die Option einer Trennung durchaus möglich sein.

Fakt ist: „Es werden die Weichen gestellt.“ Und das, so Seitz, sei auch gut so – nach Jahren der Planung, Debatten und des juristischen Hickhacks (Normenkontrollklage). Alle Seiten spüren die Tragweite der Sitzung. „Der Druck ist immens.“ Damit spricht Gemeinderat Seitz seinen Kollegen aus der Seele. Wobei Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) gelassen beziehungsweise „völlig ergebnisoffen“ ins Rathaus geht. „Ich lasse mich nur von Fakten leiten.“ Auch der Berufschullehrer schätzt, dass sich aufgrund bohrender Fragen die Sitzung in die Länge ziehen werde. „Es wird wahrscheinlich eine kurze Nacht werden.“

Vor allem für die Berrendorfs, die trotz des Wintereinbruchs unmittelbar nach der Aussprache wieder die Heimreise mit dem Auto antreten wollen. Glaubt man den Berlinern, werden sie im Gepäck aber einen klaren Auftrag des Marktgemeinderats haben.

Christof Schnürer

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