Traurig, aber motiviert ist die Führungsriege von Creme Frech mit (v.l.) Martin Kirschner (Vorsitzender), Meggy Schäfer (Künstlerische Leiterin) und Christian Hartelt (Kassier). Foto: Hornsteiner
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Traurig, aber motiviert ist die Führungsriege von Creme Frech mit (v.l.) Martin Kirschner (Vorsitzender), Meggy Schäfer (Künstlerische Leiterin) und Christian Hartelt (Kassier). Foto: Hornsteiner

Heuer keine Veranstaltung mehr

Theatergruppe Creme-Frech: Hühner-Krimi statt Weihnachtsmärchen

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Es wird ein Mordfall gelöst, statt Frau Holle beim Kissen-Ausschütteln zu beobachten. Corona zwingt die Theatergruppe Creme Frech aus Garmisch-Partenkirchen zu einem Ersatzprogramm. Die schlechte Nachricht: Heuer wird nichts mehr aufgeführt. Die gute: Nächstes Jahr soll alles nachgeholt werden.

Garmisch-Partenkirchen – „Es tut weh.“ Martin Kirschner macht keinen Hehl daraus. „Es ist keine lustige Zeit.“ Seit Monaten ist er kein einziges Mal auf der Bühne gestanden. Der Vollblut-Theaterer vermisst das Scheinwerferlicht. Die leichte Nervosität. Den Applaus nach einer gelungenen Aufführung. Das Lachen, das Weinen. Corona hat dem Vorsitzenden der Theatergruppe Creme Frech aus Garmisch-Partenkirchen für heuer all das zunichte gemacht.

Sämtliche Aufführungen sind abgesagt. 22 Veranstaltungen wären auf dem Programm gestanden für die 40 aktiven Mitglieder. Jahreshöhepunkt wäre das Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ gewesen. Seit 22 Jahren mit jährlich über 2200 Besuchern die wichtigste Inszenierung des Vereins. Ein weihnachtliches Zuckerl vor Heiligabend.

Theatergruppe Creme Frech: „Haben lange überlegt, was wir machen sollen“

„Wir haben lange überlegt, was wir machen sollen“, sagt Meggy Schäfer, künstlerische Leiterin. Zahllose Szenarien haben sie und ihre Theaterer durchgekaut. Statt auf der U1-Bühne in den Richard-Strauss-Saal wechseln? Oder gar in den riesigen Saal Werdenfels? Keine Chance. Obwohl Marktgemeinde und GaPa-Tourismus finanzielle Unterstützung angeboten haben. In den Sälen gibt zu wenig Möglichkeiten, um zu lüften. Die Proben vorab gestalten sich als schwierig. Die eingeladenen Schulklassen können unmöglich gleichzeitig im Raum untergebracht werden. „Sie werden im Unterricht mühsam getrennt. Dann können wir sie nicht bei unseren Aufführungen wieder alle zusammenwürfeln“, sagt Schäfer. Doch sind die Kinder mit alleine 17 Schulveranstaltungen beim Weihnachtsmärchen die wichtigste Zielgruppe. Am meisten bedauert Schäfer, mit den behinderten Schülern der Christophorusschule kein Märchen spielen zu können. „Sie werden besonders enttäuscht sein.“

Doch sind Schäfer und Kirschner trotzdem hoch motiviert. Frau Holle wird im Winter 2021 auf der U1-Bühne für reichlich Kunstschnee sorgen. Stattdessen gibt es ein Krimi-Dinner. Fans von Creme Frech wissen bereits um die hohe Qualität dieser amüsanten Abendunterhaltung. Die Geschichte hat die Krüner Autorin Birgit Jaeckel in Rekordzeit von wenigen Wochen geschrieben. „Zuerst musste ich sie überreden“, verrät Schäfer. „Dann war sie Feuer und Flamme, absolut begeistert.“

Einen Titel für das Stück gibt es noch nicht. Auch über die Handlung geben sich die Creme-Frech-Vorstandsmitglieder noch sehr bedeckt. Nur so viel: Es werden Hühner einen Mordfall aufklären. Und die Bayernhymne singen. Die Proben für den augenscheinlich amüsanten Krimi beginnen Mitte Oktober. Der Zeitpunkt der Premiere wird noch bekannt gegeben.

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