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Ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal wollte das Bauunternehmen mit der Steinfassade schaffen. Die Gemeinde setzt auf eine reduzierte Version mit mehr Freiflächen.

Spätestens im Frühjahr ist Baubeginn

Bauausschuss segnet Hummel-Pläne ab: Weniger Steine, dafür endlich grünes Licht

Garmisch-Partenkirchen - Rund ums Bahnhofsareal tut sich was: Der Bauausschuss in Garmisch-Partenkirchen hat die Pläne an der Lagerhausstraße und am Wannerweg abgesegnet. Spätestens im Frühling will das Bauunternehmen zuerst das Hostel realisieren – hinsichtlich der Gestaltung muss es jedoch einen Rückschlag hinnehmen.

Nach jahrelangen Verhandlungen gibt es endlich grünes Licht. Die Mitglieder des Garmisch-Partenkirchner Bauausschusses haben mehrheitlich für das Konzept im Bahnhofsareal westlich der Lagerhausstraße und am Wannerweg gestimmt. Auch der Bauantrag für das Hostel an der Lagerhausstraße wurde beschlossen. „Wir sind froh, und glücklich, dass wir uns nach all den Jahren und dem vielen Herzblut, das wir in das Projekt reingesteckt haben, unserem Ziel nähern“, sagt Andreas Schamberger, Prokurist der FH Innova GmbH. Nun muss der Flächennutzungsplan noch vom Gemeinderat beschlossen und vom Landratsamt genehmigt werden.

Da es aufgrund der spät erfolgten Genehmigung nicht mehr möglich ist, heuer im Herbst mit dem Bau zu beginnen, sollen die Arbeiten Schamberger zufolge „allerspätestens im Frühjahr“ starten. Als Erstes wird das Hostel in die Tat umgesetzt. Mit dem Betreiber bestehen immerhin vertragliche Verpflichtungen. Das Teamressort mit rund 200 Single-Appartments zum fairen Mietpreis und 30 Wohnungen für Familien sowie Gastronomie und die Kletterhalle folgen.

Vor der Abstimmung für das Konzept fand eine hitzige Diskussion statt. Ein Anwalt, der die Phönix Vermögensverwaltungs AG aus München repräsentierte, äußerte Einwände. Die Vertreter der Firma, die ein Grundstück an der Lagerhausstraße besitzen, fürchten durch die Bauvorhaben eine Wertminderung ihres Anwesens. Mit seinen Einwänden konnte der Jurist allerdings wenig ausrichten. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten für den Bebauungsplan. „Die Frage, die uns beschäftigte, war, ob gegen Baurecht verstoßen wird“, sagt Ursula Höger (SPD).

Von Seiten des Unternehmens Hummel kann man die Befürchtungen bezüglich einer Minderung des Grundstückswertes nicht nachvollziehen. „Wir haben immer versucht, eine einvernehmliche Lösung mit den Besitzern zu finden“, betont Schamberger.

Neben der Verzögerung in Sachen Baubeginn musste sein Chef, der Bauträger Franz Hummel, hinsichtlich der Gestaltung des Hostels einen Rückschlag hinnehmen. Die geplante großflächige Steinfassade darf nämlich nur im Sockelgeschoss umgesetzt werden. Die Räte folgen mit dieser Entscheidung einer Empfehlung des Gestaltungsbeirates, dem die Steinfront zu dominant war. Schamberger und seine Kollegen sind darüber „nicht wirklich glücklich“. Bereits mehrfach hat man auf Wünsche des Beirates reagiert und die Fassade reduziert.

Den Mitgliedern des Ausschusses war dies noch nicht genug. Höger gefallen die „angeklebten Steine“ nicht, wie sie Hummel bei der Sitzung noch einmal deutlich machte. Auch Josef Angelbauer (Freie Wähler) empfindet sie „als erdrückend“.

Schamberger kann diese Einwände nicht verstehen. Man habe mit der Gestaltung ein „architektonisches Alleinstellungsmerkmal“ in Garmisch-Partenkirchen schaffen wollen. Einerseits sollte das Hostel die „Offenheit gegenüber dem Zeitgeist widerspiegeln und andererseits anhand der Fassadengestaltung mit einem Mix aus Stein, Holz und Putz eine unverwechselbar alpine Bauweise vermitteln“. Orientiert habe man sich an Objekten in der Schweiz und Südtirol. Mit dem Beschluss erhält das Hostel nun einen „urbanen Charakter“. Die „Einzigartigkeit und Authentizität“ weiche nun „einer Austauschbarkeit“. Man wünsche sich von der Gemeinde in mancher Hinsicht einen Blick fürs Große Ganze und mehr Begeisterung für neue Ideen.

Magdalena Kratzer

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