Eindringlicher Appell: "Bitte, bitte leinen Sie Ihre Tiere an"

Husky reißt Ziegenkitz

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Farchant - Ein Husky hat in Farchant ein Ziegenkitz gerissen. Nun appelliert Andreas Leitenbauer, Vorsitzender der Weidegenossenschaft, eindringlich an die Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen. Die Gemeinde will reagieren. 

Ein grausames Bild hat sich Andreas Leitenbauer gezeigt, als er zur Freiweidefläche der Weidegenossenschaft Farchant gekommen ist. Schwer verletzt und blutend lag das Ziegenkitz da. Ein freilaufender Husky hatte das Tier gejagt – es hat den Angriff nicht überlebt. „Wir mussten es einschläfern.“ Ein weiteres Kitz attackierte der Hund; bei ihm besteht noch Hoffnung.

Der Vorsitzende der Farchanter Weidegenossen ist bekannt als Mann der klaren Worte. Er kann ordentlich in Rage geraten. Doch nun wirkt er erstaunlich gefasst. Er will es auf die nette Art probieren, will auf das Problem aufmerksam machen. Eindringlich appelliert er – auch mit Blick auf die Weidegenossen in Garmisch und Partenkirchen – an die Vernunft aller, die mit ihrem Hund in der Nähe von Freiweideflächen spazieren gehen: „Bitte, bitte leinen Sie Ihre Tiere an. Damit so etwas nicht nochmal passiert.“

Immer wieder jagen Hunde die Schafe und Ziegen

Über 400 Tiere, darunter Kühe, Kälber, Jungrinder, Pferde, Ziegen und Schafe weiden im Wechsel zwischen Mai und Oktober auf den Wiesen, die sich vom Sportzentrum in Farchant bis zum Golfplatz in Oberau, am Ried vom Schwimmbadparkplatz bis zum Sportzentrum, und entlang der Loisach von der Sonderschule bis Oberau erstrecken. Immer wieder erlebt Leitenbauer, dass Hunde die kleinen Ziegen oder Schafe jagen. Und manchmal kommt es zu solch einem tragischen Vorfall wie jetzt.

Ein Farchanter hatte beobachtet, wie der Husky einer Frau zwei der zehn Ziegenkitze hetzte. Er alarmierte den Besitzer, sofort machten sie sich auf den Weg zur Weide – und fanden die zwei schwer geschundenen Ziegen. Leitenbauer wollte Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstatten. Doch die Hundebesitzerin kam ihm zuvor: Sie meldete sich noch am selben Abend beim Vorsitzenden der Weidegenossen, zeigte sich reumütig und einsichtig. „Sie wird komplett für den Schaden aufkommen.“ Etwa 100 Euro kostet ein Kitz.

Ums Geld geht es nicht

Doch um das Geld geht es dem Farchanter in keiner Weise. „Nicht, dass einer meint, er gibt uns 100 Euro und dann ist alles in Ordnung.“ Er will die Tiere, die ihm Privatbesitzer anvertrauen, in Sicherheit wissen. Schließlich gehe es auch um die Pflege der Kulturlandschaft – „und die verschwindet, wenn die Leut’ ihre Tiere irgendwann nicht mehr auf die Weiden bringen aus Angst, sie zu verlieren.“

Leitenbauer ist auf das Verantwortungsbewusstsein der Hundebesitzer angewiesen. Denn eine Anleinpflicht gibt es in der Gemeinde Farchant nicht. Das könnte sich bald ändern: Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) hat bereits von dem Vorfall gehört – und sieht Handlungsbedarf. „Das wird Thema im Gemeinderat“, kündigt er an. In einer der folgenden Sitzungen werden die Kommunalpolitiker darüber beraten, wann und wo künftig eine solche Anleinpflicht gelten soll.

Rubriklistenbild: © dpa

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