Alpine Exkursion: Revierförster Joachim Mark (r.) gibt Forst-Experten in Sachen Bergwald-Bewirtschaftung aufschlussreiche und wichtige Informationen. Foto: schoft

Ideal-Lösung mit dem Stahlseil

Krün - Die richtige Bewirtschaftung des Schutzwaldes ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll. Das war die Quintessenz einer Experten-Exkursion in Krün.

Bei einer Begehung oberhalb von Krün erörterten Forst-Experten, wie Wälder in Hochlagen ökologisch sinnvoll genutzt werden können und vor allem, wie ihre Schutzfunktion erhalten werden kann. Dass in dem steilen Terrain überhaupt Forstwirtschaft betrieben werden kann, scheint für den Laien unmöglich. Doch es funktioniert, versichern die Fachleute. Und das sogar ohne dem Wald bleibende Schäden zuzufügen. Die Lösung heißt Seilkran-Bringung. Diese Methode wird auch für private Waldbesitzer immer attraktiver.

Das Verfahren ist denkbar einfach. Über ein schwer zugängliches Areal wird von einem großen Kranwagen ein Stahlseil gespannt, das an einem dicken Baum verankert wird. An diesem Seil werden dann die schweren Stämme - quasi per Seilbahn - nach oben oder unten befördert. Eben genau dorthin, wo sie dann ein Lastwagen abholen soll. Das schont den Boden und wird sogar vom bayerischen Staat unterstützt.

„Mit dieser Förderung wollen wir einen Anreiz geben, dass auch private Waldbesitzer die Schutzfähigkeit ihrer Wälder erhöhen“, erklärt Markus Schmorell. Das sei wichtig, denn ohne einen gesunden Mischwald, der den Boden zusammenhält, sei die Gefahr von Erdrutschen sehr hoch, weiß der Chef des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim. Ein gesunder Mischwald könne jedoch nur entstehen, wenn regelmäßig Bäume gefällt werden. Nur so kommt mehr Licht auf den Boden und nachwachsende Tannen und Buchen.

Genau das sei zuletzt von den privaten Waldbesitzern aber oft vernachlässigt worden. „Einfach, weil es zu aufwändig und damit nicht rentabel war“, verdeutlicht Martin Kainz, einer der Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim.

Inzwischen ist das anders. Durch die neue Technik der Seilkran-Bringung können Waldbesitzer sogar wieder Profit machen. „Meistens kommt ein leichtes Plus raus“, versichert Thomas Grebenstein. „Durch die Förderung vom Amt gibt es dann sogar noch ein bisschen Geld oben drauf“, betont der Geschäftsführer der Waldbesitzer-Vereinigung (WBV) Ammer-Loisach. Diese ist bei der Förderung eng eingebunden und kümmert sich um die Akquise der richtigen Unternehmen sowie um die anschließende Vermarktung des Holzes.

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