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Die Idee einer visionären Gemeinde

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Kreativer Kopf des Konzepts: Anton Mangold (stehend) stellt seine Vision für den Ort vor. Foto: Thomas Sehr
Kreativer Kopf des Konzepts: Anton Mangold (stehend) stellt seine Vision für den Ort vor. Foto: Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Garmisch-Partenkirchen kann Umwelt-Weltmeister werden. Das ist eine Vision in der CSU. Aber bei der Idee allein soll es nicht bleiben.

Elisabeth Koch vergleicht die Situation im Garmisch-Partenkirchner Marktgemeinderat manchmal mit einem Luftballon: Der werde prall aufgeblasen, dann aber nicht zugeknotet, sondern losgelassen - mit viel Getöse schwirre der Ballon durch die Luft, ehe er irgendwann am Boden lande. „So geht’s uns manchmal mit Projekten für den Ort“, erklärt die CSU-Fraktionsvorsitzende. „Wir diskutieren so viel an, aber wir bleiben so oft stecken, nicht mal irgendwo in der Mitte, sondern in den Kinderschuhen.“

Eben das soll bei einer Vision von Anton Mangold, dem Geschäftsführer der Oberland Mangold GmbH und im Ort bekannt durch seine als vorbildlich gelobte Restauration eines alten Hauses im Ortsteil Garmisch, nicht passieren. Er hat eine Idee von der Zukunft des Marktes erstellt, die er den CSU-Parteifreunden in einem kleinen Kreis im Olympiahaus darlegte. Seine Antwort auf die Frage, wo die Chance des Ortes liege: „Garmisch-Partenkirchen wird Umwelt-Weltmeister!“

Dahinter steht die Idee, aus dem Markt eine visionäre, zukunftsfähige und vorbildliche Kommune zu machen. Wie Davos durch das alljährliche Weltwirtschaftsforum für Ökonomie steht, könnte Garmisch-Partenkirchen international für Ökologie stehen - aber ganzjährig. „Wir haben die Kulisse, vor der Konzerne ihre umweltfreundlichen Produkte präsentieren können“, sagt Mangold und nennt beispielsweise den Automobilhersteller BMW oder den Versicherungskonzern Allianz. Er habe in seinem Bekanntenkreis und unter Geschäftspartnern hochrangige Vertreter von Konzernen, die sich ein Engagement im Werdenfelser Land sehr wohl vorstellen könnten.

Teile des Ortes, sagt Mangold, ließen sich als Umweltzone ausweisen, in die nur noch Elektrofahrzeuge fahren dürften. Notwendig dazu sei, dass ein Hersteller eine größere Zahl von Autos zur Verfügung stelle und die Bürger einfach und unkompliziert darauf zugreifen könnten.

Während einige Teilnehmer auf den Vorschlag durchaus skeptisch reagierten, stieß ein anderer Gedanke von Mangold auf breite Unterstützung. Es könnte eine Reihe von Aktiv-Energiehäusern errichtet werden, die als Dauer-Ausstellung für große Unternehmen und kleinere ortsansässige Betriebe genutzt werden können. Selbst in den Gebäuden ließen sich intelligente Haus- und Energiesteuerungen präsentieren. Mangold ist überzeugt: Das würde auch dem Tourismus gut tun, neue Gäste ließen sich dafür gewinnen. „Wir verkaufen nicht nur unsere Natur, sondern auch das Wissen und die Technik, wie wir sie in Zukunft erhalten können.“

Mangold und Koch wüssten auch, wo die Projekte verwirklicht werden können: im Gleisdreieck südlich des Bahnhofes und auf den brachliegenden Aurelis-Flächen westlich der Bahnlinie. „Der ideale Platz für innovatives, intelligentes und kreatives Gewerbe“, meint Koch.

Damit es nicht bei der einmaligen Präsentation einer Idee bleibt, wird eine kleine Arbeitsgruppe der CSU die Vision von Mangold etwas genauer ausarbeiten. Noch vor Pfingsten will sie über die Gedanken weiter diskutieren - sie dabei aber nicht zerreden. Ein Thema wird in dem Zirkel auch sein, wie bestehende Plattformen wie das Projekt „Nachhaltiges Garmisch-Partenkirchen“, das Pilotprojekt „Elektromobilität“, das Kompetenzzentrum für Sport, Gesundheit und Technologie sowie die Kreisentwicklungsgesellschaft später eingebunden werden können. Für Ideengeber Mangold ist das der erste Schritt auf dem Weg zum Umwelt-Weltmeister.

Matthias Holzapfel

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