Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Seit über zehn Jahren steht das Gasthaus Zur Post leer: Jetzt wollen es Bürger erwerben und sanieren. Foto: fem

Idee und Vision in Altenau: Ein Dorf wird Wirt

Altenau - Noch ist es eine Hängepartie, doch die Vorzeichen sind gut: Im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion wollen Bürger in Altenau ihren seit Jahren leerstehenden Gasthof Zur Post wiederbeleben.

Viele Gemeinden in Bayern klagen heute über ein Sterben ihrer Dorfwirtschaften: Die Gründe dafür sind vielschichtig, doch mit jedem Landgasthof, der schließt, geht ein kleines Stück bayerischer Gemütlichkeit und Identität verloren. Ein Dorf ohne Wirtshaus ist kein richtiges Dorf mehr. Die Altenauer können ein trauriges Lied davon singen:

Vor gut zehn Jahren hat der Gasthof „Zur Post“ (1954 erbaut) direkt neben der Kirche endgültig dichtgemacht. In den 1970- und 80-er Jahren pulsierte hier noch das Leben: Ob Faschingsbälle, Vereinsversammlungen, Theater, Volksmusikabende, Feiern oder Theater - in der „Post“ war immer etwas los. Nach jahrelanger Tristesse wegen eines fehlenden Dorfgasthofs ist nun - endlich - ein Silberstreif am Horizont erkennbar: Das Zauberwort heißt: „Ein Dorf wird Wirt!“

Was dahinter steckt, soll bei einem Infoabend am Mittwoch, 30. Januar (19.30 Uhr, Feuerwehrhaus), der Bürgerschaft von Altenau - und auch der von Wurmansau und Saulgrub - vorgestellt werden. Die Initiative ergriff eine Gruppe von jetzt acht Bürgern. Einer von ihnen ist Robert Soukup: „Wir sind an der Geschichte seit einem guten halben Jahr intensiv dran und haben inzwischen viele Gespräche geführt.“

Angedacht ist, den früheren Gasthof, der sich noch in privatem Besitz befindet, gemeinschaftlich zu erwerben, zu sanieren und dann wieder als gastronomisches Zentrum für das Dorf zu eröffnen. Das Ganze funktioniere jedoch nur, „wenn eine gewisse Identifikation seitens der Bürger gegeben ist“. Nochmal Soukup: „Dies ist vielleicht die letzte Möglichkeit, das Objekt im Sinne der Dorfgemeinschaft zu erhalten und weiter zu nutzen“. Dies soll auf der Basis von zwei, zu gründenden Genossenschaften geschehen. Weiter ins Detail möchte die Gruppe im Vorfeld noch nicht gehen, das soll bei dem Infoabend geschehen.

Die Projektgruppe hofft jedenfalls, dass ihre Idee nicht ins Leere führt, sondern auf eine gute Resonanz stößt: Ideell, mit tatkräftigem persönlichen Einsatz und - für wen es machbar ist - auch finanziell. In einer Postwurfsendung richten die Initiatoren einen Appell an die Bürger: „Nutzen wir die Chance, unser Dorfzentrum und die Wirtschaft in unserem Sinne wieder zu beleben, bevor fremde Investoren und Spekulanten uns zuvorkommen.“

Ludwig Hutter

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