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Verabschieden sich vom Gratis-Girokonto: die Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim, hier die Filiale in der Murnauer Fußgängerzone.

Banken und Sparkassen

Gratis-Konto - das war einmal

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Murnau - Gratis war gestern: Geldhäuser rücken vom kostenlosen Girokonto ab. Auch die Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim verlangen für ihr Online-Modell ab 2017 Gebühren. Sie befinden sich damit in bester Gesellschaft.

Regionale Sparkassen tun’s, große Banken ebenfalls: Sie heben die Gebühren für Girokonten und ihre Dienstleistungen an, weil ihnen die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) das Geldverdienen schwer macht.

Diesem bundesweiten Trend folgen ab 1. Januar 2017 auch die Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim, in deren Zuständigkeitsgebiet Murnau und die umliegenden Dörfer fallen. Für das Online-Konto, bis dato gratis bei einem gewissen Guthaben, werden dann 1,98 Euro Grundpreis pro Monat fällig. Viele Zusatzleistungen, etwa Kontoauszüge am Drucker, kosten weiter zusätzlich. „Das ist für uns durchaus ein Schritt, den wir nicht leichten Herzens gehen – für uns war es wichtig, dass wir ein kostenfreies Konto anbieten können“, sagt Pressesprecher Robert Christian Mayer. „Aufgrund der Zinspolitik in Europa geht es aber nicht mehr anders.“

Viele betroffene Kunden der Vereinigten Sparkassen fanden die Nachricht bereits in ihrem Briefkasten. Darin verweist der Vorstand auf immer umfangreichere Erwartungen an ein Online-Konto und die Technik, die fortlaufend neuesten Sicherheitsstandards angeglichen werden müsse. „Damit wir diesen Ansprüchen auch in Zukunft gerecht werden, ist eine Anpassung der Preise unvermeidlich“, heißt es weiter.

Der neue Grundpreis trifft eine große Gruppe. Über 52 000 Kunden besitzen die Vereinigten Sparkassen im Altlandkreis Weilheim, davon sind 45 000 Privatkunden. Fast die Hälfte derer, die ihr Konto dem Institut anvertrauen, wählten dafür das Online-Modell. Auch von anderen Sparkassen hört Mayer, dass diese von der Gratis-Variante abrücken oder bereits abgerückt sind.

Die VR-Bank Werdenfels, 2012 aus einer Fusion von drei Genossenschaftsbanken entstanden, hat diesen Schritt längst hinter sich. Hier gibt es seit geraumer Zeit kein Gratis-Konto mehr. Fürs Online-Modell werden 3,50 Euro pro Monat fällig. Darin ist nach Angaben von Prokurist Michael Schuldes aber ein kleines Paket an Leistungen, wie fünf Barauszahlungen an der Kasse, bereits enthalten. Die Modelle der verschiedenen Geldhäuser lassen sich also nicht wirklich vergleichen.

Gratis gibt es auch bei der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen nicht mehr. Zum 1. Dezember 2015 hat das Geldhaus sein preisfreies Kontomodell eingestellt. Grund sei „die Notwendigkeit, die Entgeltstrukturen an die geänderte Marktsituation anzupassen“, heißt es. „Um die hohe Qualität unserer Leistungen dauerhaft zu sichern, müssen wir auskömmlich wirtschaften.“ Dazu gehörten auch Anpassungen der Produktentgelte an die allgemeine Kostenentwicklung. Zum 1. Dezember steigen zudem die Preise zum Giro-Konto bei der Kreissparkasse.

Die Vereinigten Sparkassen dreh(t)en an weiteren Gebührenschrauben. Wer zum Beispiel mehr als 20 Euro Kleingeld in einer Filial-Kasse wechseln lassen möchte, zahlt seit Anfang Oktober dafür ein Prozent der jeweiligen Summe, mindestens aber drei Euro. Ausgenommen sind Sparschweine von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Auch bei Depots, sagt Mayer, werde man nach 15 Jahren die Preise zum 1. Januar „anpassen“. Beim Filialnetz planen die Vereinigten Sparkassen „im Moment keine Änderungen“ mehr. Wohl aber kann es bei Öffnungszeiten Neuerungen geben.

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