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Malerische Vision: So soll das Innovationszentrum einmal aussehen.

Innovationszentrum, Hotel, Kunsthalle und Restaurant für Unterammergau

In aller Stille: Spatenstich für Millionen-Projekt am Weiherweg

Es gehört zu den Ewig-Projekten in Unterammergau: das Innovationszentrum von Geschäftsmann Christian Zott. Nach Jahren des Stillstands wurde nun überraschend der Spatenstich gefeiert. In aller Stille.

Viele Hände packen mit an: Beim Spatenstich am Rande des Dorfes wird der Platz am Erdhaufen mit all den Ehrengästen fast schon etwas eng.

Unterammergau – In der Zeit des Nationalsozialismus hat NSDAP-Gauleiter Adolf Wagner gern in Unterammergau residiert. Deshalb wurde das Anwesen „Feuchtenrain 1“ im Volksmund immer nur „Der Wagner-Bau“ genannt. Mitte der 2000er-Jahre ist der Bau von dem Unterammergauer Geschäftsmann Christian Zott, der von München aus weltweit erfolgreich ist, gekauft worden. Seitdem wurde an den Plänen für ein Mega-Projekt gefeilt. So sehr, dass nach zehn Jahren mancher nicht mehr an die Realisierung glauben mochte. Zweifler werden nun eines Besseren belehrt. Wie es in einer Pressemitteilung von Zotts Firma „mSE Solutions“ heißt, soll es im Sommer 2019 Grund zum Feiern geben.

Bis dahin entstehen am Weiherweg ein Innovationszentrum, ein Hotel, eine Kunsthalle und ein Restaurant. Auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück hat der Bodenaushub für das Gebäudeensemble bereits begonnen. Es soll „neuen Raum für Innovation und Kultur schaffen“, erklärt der Bauherr schriftlich Und betont zugleich, dass er mit seiner international vertretenen Firma „in seine Heimat investieren möchte“.

Baukosten: Rund fünf Millionen Euro

Die reinen Baukosten für die 2500 Quadratmeter Geschossfläche, die sich auf drei Gebäude verteilen, liegen demnach bei fünf Millionen Euro. Ein Mega-Projekt also, bei dessen Spatenstich weder Unterammergaus Bürgermeister Michael Gansler (FDU), noch Landrat Anton Speer (Freie Wähler) oder Florian Hoffrohne, Tourismus-Chef der Ammergauer Alpen, fehlten. Die Öffentlichkeit war hingegen nicht willkommen, eine aktuelle Berichterstattung von Zott entsprechend nicht erwünscht.  Er betont in seiner Mitteilung, dass „sein Projekt einen Impuls für die heimische Wirtschaft bedeutet“. So werden an dem Bau insbesondere regionale Firmen beteiligt, etwa das Ingenieurbüro Kuba aus Oberau, das die Steuerung übernommen hat. „Außerdem soll das Projekt zum Anziehungspunkt für Touristen werden, die Kultur mit Natur verbinden möchten.“

Zott hat vor, in seinem Heimatdorf neue Wege zu gehen: „Das erste Gebäude wird Innovation und Kunst beherbergen.“ In einem Teil des Erdgeschosses ist es Platz für Schulungen, Workshops und so genannte „Basisentwicklungen der mSE Solutions sowie für richtungsweisende Startups“ vorbehalten. „Wir möchten kreative Köpfe mit einem außergewöhnlichen Standort und unserer Erfahrung unterstützen, damit gute Ideen das Laufen lernen“, erklärt der Unternehmer.

Eigene Optik: Synthese von Modernität und Tradition

Auch in der Eingangshalle, dem Obergeschoss und der Freifläche soll Kreativität ihren Raum finden. Zum einen ist dort eine Dauerausstellung mit Werken aus der Kunstsammlung von Zott geplant. Zum anderen wird der Fokus auf zeitgenössische Kunst zu wechselnden Themen gelegt. Im zweiten Gebäude ist ein kleines Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern geplant, während das dritte Gebäude der Kulinarik gewidmet wird. „Über zwei Ebenen erstrecken sich laut Planung Restaurant, Lounge und Bar. Im Sommer soll auch der Garten genutzt werden, mit Blick auf Skulpturen aus der Kunstsammlung“, beschreibt Zott seine Pläne.

Die Häuser haben dabei eine ganz eigene Optik. Der Entwurf des Schweizer Architekten Wild Bär Heule zielt mit einer „Synthese von Modernität und Tradition auf dieses gleichermaßen kulturinteressierte wie naturliebende Publikum“ ab. Der von der Fassade entkoppelte und nach unten gezogene Zierbund soll an den Giebelbereich typischer Bauernhäuser erinnern und „kontrastiert mit den dahinterliegenden Glasflächen, die den Blick auf lichtdurchflutete Flächen im Innern öffnen“. Wichtig dabei: Unverkennbar gehören die Gebäude mit ihren einander ähnelnden Fassadenstrukturen zusammen. „Wir dachten an einen kleinen Weiler“, erklärt Architekt Thomas Wild seine Gedanken. „Die Gebäudegruppe im freien Feld bildet ein ländliches Ensemble, das mit traditionellen Bauformen spielt.“

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