Innovationszentrum in Warteschleife

Unterammergau - Im Sondergebiet Weiherfeld in der Gemeinde Unterammergau ist ein Schulungs- und Entwicklungszentrum geplant - los geht's wohl erst 2012.

Zunächst sollte bereits Mitte 2010 Baubeginn sein, dann war vom Frühjahr 2011 die Rede und als nun heuer im Mai endlich die Baugenehmigung eintraf, sollten tatsächlich bald die Bagger anrollen. Doch noch immer ist das neue Sondergebiet Weiherfeld im Ortsteil Au der Gemeinde Unterammergau eine jungfräuliche, grüne Wiese - von etwaiger Bautätigkeit keine Spur. Wann nun wirklich der Startschuss erfolgt für das neue Schulungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmers Christian Zott - ein Großprojekt auf 1,7 Hektar Fläche -, darauf kann derzeit niemand eine verlässliche Antwort geben.

„Wann geht’s drüben los?“ Diese Frage hörte Bürgermeister Michael Gansler in den letzten Wochen immer wieder von Einheimischen. Er kann nur mit den Schultern zucken: „Ich weiß selber nichts. Ursprünglich geplant war ja, dass es im Herbst losgehen sollte, aber danach sieht es momentan nicht aus.“ Gansler zufolge sei das Schulungszentrum genehmigt, das dazugehörende Hotel und das Café noch nicht.

Das Gemeindeoberhaupt beschleicht manchmal „ein etwas flaues Gefühl“ in dieser bedeutenden Bausache: „Man sollte schon mal wissen, was los ist.“ Mit Christian Zott, dem Bauherrn, hatte Michael Gansler nach eigener Aussage seit Mai keinen Kontakt mehr. Der Unternehmer und Geschäftsführer der Firma „mSE Solutions“ (betreut weltweit Konzerne im Logistik-Bereich) befindet sich derzeit auf einer Wanderung durch Europa. 5000 Kilometer will Zott zu Fuß zurücklegen, bis zum Ende seines „Pilgerweges“ im November in Istanbul.

Auf Tagblatt-Nachfrage erklärte nun Sabine Gistl, die das Projekt für „mSE“ in Unterammergau mit betreut, „dass sich alles zeitlich etwas verschiebt“. Bis November, der Rückkehr von Christian Zott, werde nichts passieren. Die Sprecherin ergänzt: „Bisher ist alles so gelaufen wie gewünscht. Es gibt eine tolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Bürgermeister Gansler. Alles ist wunderbar und bestens . . .“

In zwei Bauphasen gliedert sich das Objekt - es ist von einem Gesamtkostenvolumen von 15 Millionen Euro die Rede: Die erste umfasst das sogenannte Innovationszentrum, wo auch in einer „Supply Chain Akademie“ Manager aus- und weitergebildet werden sollen. In einer späteren, zweiten Phase ist ein Gastronomie- und Hotelbetrieb vorgesehen, der auf die Bedürfnisse der Akademie ausgerichtet sein wird.

Das Gelände in dem Sondergebiet Weiherfeld ist übrigens bereits komplett erschlossen - für 260 000 Euro. Geld, das in den Boden floss. Oben ist - noch - nur eine grüne Wiese zu sehen.

Ludwig Hutter

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