Szenen, wie sie gerade undenkbar sind: Der Adventsmarkt der Sinne in Wallgau zog 2018 hunderte Besucher an. Die Beliebtheit wird nun zum Problem.
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Szenen, wie sie gerade undenkbar sind: Der Adventsmarkt der Sinne in Wallgau zog 2018 hunderte Besucher an. Die Beliebtheit wird nun zum Problem.

Mittenwald prüft noch

Isartal: zwei Christkindlmärkte bereits abgesagt

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Es war zu befürchten: In Krün und Wallgau ist es nun fix. Der Adventsmarkt der Sinne sowie der Christkindlmarkt im Kurpark werden nicht stattfinden. Unter den Corona-bedingten Auflagen können und wollen die Verantwortlichen die Märkte nicht abhalten. Lediglich in Mittenwald gibt es noch eine klitzekleine Hoffnung. Aber verschwindend gering.

Isartal - Er ist weit mehr als ein Glühwein-Marathon, der in der Vorweihnachtszeit in vielen Flaniermeilen zu finden ist. Der Wallgauer Adventsmarkt der Sinne wird seinem Namen wirklich gerecht. Er lebt alle zwei Jahre von der heimeligen Atmosphäre, für die vor allem die Anwohner an der Sonnleiten verantwortlich sind: Sie bewirten in und aus ihren Gebäuden zwischen den malerischen Häuserzeilen. Die Besucher strömen deshalb alle zwei Jahre zu Hunderten auf den Markt. Wegen der Stimmung. Wegen der authentischen Kulisse. Wegen des gemütlichen Beisammenseins auf kleiner Fläche.

Doch genau das wird den Veranstaltern vom Verein Wallgau Aktiv zum Verhängnis. Die Corona-Auflagen würden all das Schöne, das das vorweihnachtliche Treiben auszeichnet, zunichte machen. Entweder durch Einschränkungen oder Verbote. „Das würde dem Adventsmarkt den Charme nehmen“, bedauert Vorsitzender Florian Holzer.

Lange hat der CSU-Gemeinderat mit seinen Mitgliedern überlegt. Viele Gespräche in den vergangenen Monaten geführt. Das Für und Wider abgewägt. Die Entscheidung am Mittwoch fiel ihm alles andere als leicht. „Unter den aktuellen Voraussetzungen können und wollen wir den Markt nicht veranstalten.“ Der Verein sagt ab. Nicht nur wegen des fehlenden Flairs. Auch die Maskenpflicht und das Einhalten des Mindestabstands sind bei den zu erwartenden Besucherzahlen für die Organisatoren „eine zu große Verantwortung“. Nach jetzigem Stand müsste Wallgau Aktiv als Verein für alle Verstöße gerade stehen. Und weil die Unsicherheit so groß ist, hat er den Markt nicht verschoben, sondern gleich ganz abgesagt. „Wir kennen schließlich noch nicht die Entwicklung der Situation im kommenden Jahr.“ Somit bleibt Holzer beim zweijährigen Turnus. Der nächste Adventmarkt wird somit erst am ersten Adventswochenende 2022 stattfinden.

In Krün ist die Entscheidung, den Christkindlmarkt im Kurpark abzusagen, schon etwas früher gefallen. „Keiner will und kann für das Einhalten der Auflagen die Verantwortung tragen“, sagt Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Die Besucherzahlen sind schlecht bis gar nicht steuerbar. „Eine Traube von Menschen steht am Glühweinstand gleich einmal beisammen.“ Wenn dann auch noch der schlimmste Fall eintritt – zahlreiche Corona-Infizierte im Nachgang der Veranstaltung – stellt sich auch die Haftungsfrage. Aber das gesellige Beisammensein gehört für Schwarzenberger mit dazu. Deshalb kann er es sehr gut nachvollziehen, dass der Markt auf nächstes Jahr verschoben wird.

In Mittenwald ist die Überprüfung noch nicht gänzlich abgeschlossen, teilt Jürgen Wild von der Alpenwelt Karwendel mit. Doch auch hier stehen die Chancen eher schlecht. Ob es einen Plan B geben wird, etwa mit vielen kleineren Aktionen im gesamten Isartal verteilt, bleibt abzuwarten. Zumal es nicht nur um wichtige Einnahmen für die Gemeinde, sondern vorrangig auch für die Vereine geht.

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