Isartaler ziehen Spur der Gewalt durch Mittenwald - Mann brutal niedergeschlagen

Mittenwald - Er wollte einer Frau helfen. Der Siegener bezahlte seinen Mut mit Schmerzen. Drei junge Mittenwalder schlugen ihn und traten auch noch auf ihn ein, als er am Boden lag.

Die Peiniger des 43-jährigen Siegeners wurden inzwischen von der Polizei dingfest gemacht. Ihnen wird demnächst der Prozess gemacht. Doch dieser brutale Übergriff war am Dienstagabend nur der traurige Höhepunkt einer beispiellosen Gewaltorgie in Mittenwald.

Ihren Lauf genommen hatte sie gegen 21.30 Uhr in einem Lokal an der Hochstraße. Dort schlug einer des Trios, ein 21-Jähriger, mit einem Reklameschild das Glas der Eingangstüre ein. Seine beiden Freunde - 21 und 22 Jahre alt - standen in der Nähe. Anschließend marschierten die stark angetrunkenen Mittenwalder in die gegenüberliegende Wirtschaft. Dorthin folgte ihnen eine Angestellte, um sie wegen der demolierten Scheibe zur Rede zur stellen. „Es entwickelte sich eine heftige Diskussion“, teilt Hubert Hohenleitner von der Polizei-Inspektion Mittenwald mit. Dann kam der Siegener der Frau zur Hilfe. Völlig unvermittelt schlug der 21-Jährige, der vorher die Türe zertrümmert hatte, dem Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Weitere Tritte der beiden anderen folgten. Deren Opfer erlitt Prellungen und musste zur Beobachtung ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht werden.

Kurz darauf rückte die Polizei an. Schnell geriet das Trio ins Visier. Als die drei zur Dienststelle gebracht werden sollten, eskalierte die Situation vollends. Die zwei 21-Jährigen leisteten massiven Widerstand und mussten sogar gefesselt werden. Währendessen warf der Ältere taubenei-große Steine auf die Beamten, die obendrein massiv beleidigt wurden. „Endgültig unter Kontrolle gebracht wurde die Situation erst, nachdem Unterstützung der PI Garmisch-Partenkirchen und ein Diensthundeführer eintrafen“, teilt Hohenleitner mit. Die Polizisten blieben unverletzt.

Im Verlauf der weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass dem 22-Jährigen - er konnte zunächst fliehen - eine weitere Sachbeschädigung angelastet werden konnte. So soll er auf dem Pkw einer Dortmunderin (43) mehrere Dellen verursacht haben. Laut Zeugenaussagen haben die drei aber auch noch in einem Zugabteil gewütet. Dort wurden 32 Sitze aufgeschlitzt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 13 500 Euro.

Da die Staatsanwaltschaft München II gestern keine Haftanträge stellte, wurden die drei Männer am Nachmittag freigelassen. Bürgermeister Adolf Hornsteiner zeigte sich über die brutalen einheimischen Schläger empört. „Ein untragbarer Zustand“, kommentierte der Rathauschef.

Rubriklistenbild: © dpa

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