Da ist sie: (v. l.) Dieter Hartig (Präsident Bund Deutscher Philatelisten), Gerda und Horst F. Neumann sowie Bürgermeister Adolf Hornsteiner präsentieren die Sondermarke der Deutschen Post. fotos (3): sehr

100 Jahre Mittenwaldbahn: Eine Briefmarke geht auf Reisen

Mittenwald - Mit dem großen Bahnhofsfest ist am Wochende das Jubiläum „100 Jahre Mittenwaldbahn“ zu Ende gegangen. Eine wichtige Rolle spielte dabei ein kleines, aber sehenswertes Stück Papier

Sie ist nicht größer als ein Fetzerl Papier, gerade einmal 4,42 Zentimeter lang und nur 2,6 Zentimeter hoch - und doch geht sie um die Welt: die Briefmarke zum 100-Jährigen der Mittenwaldbahn. Seit kurzem reist sie - ordentlich auf ein Kuvert geklebt - in Europa umher, kommt nach Spanien, Italien, Österreich oder Schweden. Bei der Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums im neu gestalteten Bahnhofsgebäude wurde die Briefmarke, die mit ihrem Wert von 75 Cent für das Auslandsporto verwendet wird, nun offiziell vorgestellt.

Eine grüne Eisenbahn schlängelt sich übers Mittenwalder Viadukt. In der Ferne sind die Karwendel-Ausläufer zu sehen, Häuser und eine Kirche zu erkennen. „Wir wollten die Weite des Tals darstellen und die direkte Verbindung der Bahn von Mittenwald nach Tirol“, sagt Gerda M. Neumann. Zusammen mit ihrem Mann Horst F. Neumann hat sie das Sonderpostwertzeichen entworfen. Auf so begrenztem Raum etwas Charakteristisches der Mittenwaldbahn darzustellen, war für die Grafik-Designer aus Wuppertal ein echte Herausforderung. Sie tauchten ihren Entwurf in freundliche Farben, verdichteten das Motiv, setzten Akzente und orientierten sich an historischen Vorgaben. „Die Geschichte dahinter zu transportieren“, wie Gerda M. Neumann es nennt, das wollten sie erreichen.

Denn eine Briefmarke sei mehr wert, als ihr Gegenwert, sagte Dieter Hartig während des Festakts am Freitagabend. Vielmehr sei sie „Kulturträger und Botschafter eines Landes“, betonte der Präsident des Bundes Deutscher Philatelisten. So werden auf eben diesen Sondereditionen besondere Ereignisse aus Kultur, Wissenschaft, Technik und Kunst abgebildet - und dazu zählt zweifelsfrei die Realisierung der Mittenwaldbahn. Eine laut Hartig „technische Erfolgsstory“, die am 1. Juli 1912 in Mittenwald begann und den Geigenbauort in eine moderne Zeit führte.

Der Fortschritt habe sogar die Bergriesen weichen lassen, wie Bürgermeister Adolf Hornsteiner ein Gedicht von Ludwig Murr zitierte. Doch was damals ein Novum war, hat auch heute noch Gewicht. Immerhin gilt die Mittenwaldbahn mit der ersten voll elektrifizierten Lokomotive ohne Dampfbetrieb laut Hornsteiner als wegweisend für den Bahnbau, insbesondere im Gebirge. Sein Fazit: „Eine technische Meisterleistung.“

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