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Bei geschlossener Schranke ist der Oberauer Ortsteil Loisachauen im Notfall komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Kein Durchkommen für Rettungskräfte

Jede Sekunde zählt - aber Schranke bremst Retter aus

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Oberau – Aus dem Dach des Mehrfamilienhauses schlagen Flammen. Schon von weitem sehen die Feuerwehrleute den Brand – doch sie können nichts tun, so lange sie an der Schranke warten müssen.

„Das kam einem vor wie eine halbe Ewigkeit“, erinnert sich Kommandant Florian Schindlbeck an das Unglück am 2. Januar dieses Jahres, bei dem die Bewohnerin (37) eine Rauchgasvergiftung erlitt. Für ihre Haustiere kam jede Hilfe zu spät. Im Ernstfall zählt eben jede Sekunde, das gilt nicht nur für die Feuerwehr, sondern für alle Einsatzkräfte. Um derartige Szenen, bei denen Helfer zur Tat schreiten wollen, das aber nicht können, künftig zu vermeiden, hat sich Schindlbeck nun an Bürgermeister Peter Imminger (CSU) gewandt.

„Wir machen einen Termin mit der Deutschen Bahn, um zu schauen, ob es eine Lösung gibt“, sagte Imminger in der Sitzung des Gemeinderates. Es könne nicht sein, dass die Schranke auch die Retter ausbremst. 691 von insgesamt 3100 Oberauern wohnen jenseits der Bahnlinie im Bereich Loisachauen – mehr als jeder Fünfte. Auf dieser Seite des Ortes befindet sich auch das Altenheim Pro Seniore. „Was ist, wenn dort was passiert?“, fragte Günter Meck (CSU).

„Die Schranken sind wenige Minuten geschlossen. Diese Vorgehensweise gibt es seit vielen Jahren“, entgegnet ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in München auf Anfrage. Bisher seien kaum Klagen von Seiten der Rettungsdienste bekannt.

„Seit es das elektronische Stellwerk gibt und der Fahrdienstleiter abgeschafft wurde, haben wir dieses Problem“, klagt indes Imminger. Bereits 2007 war diese lebensgefährliche Sicherheitslücke aufgetreten, als im Altenheim ein Notruf ausgelöst worden war. Auch damals mussten die Einsatzkräfte tatenlos an der Schranke warten. Glücklicherweise entpuppte sich der Alarm als falscher, trotzdem bemühten sich Retter und Gemeinde bereits da um eine Lösung. Vergebens.

Somit bleibt der Oberauer Ortsteil Loisachauen abgeschnitten, wenn beide Bahnschranken geschlossen sind. Rettungskräfte müssen warten oder umständlich über Eschenlohe und die Sieben Quellen oder Farchant anfahren. Umwege, die ebenfalls wertvolle Zeit kosten. „Auf Minuten kommt’s aber an, wenn bei uns ein Notruf eingeht“, betont Florian Stecker, Leiter der Rotkreuz-Bereitschaft Oberau. Gut 30 Prozent seiner Einsätze seien jenseits der Bahnlinie. Kommen die Retter nicht hin, „ist das sehr frustrierend“.

Das Unglück Anfang Januar könnte nun den Ausschlag geben, dass sich endlich etwas tut.

„Grundsätzlich ist es möglich, den Zugverkehr auf Anweisung der Polizei zu unterbrechen und dann die Schranken zu öffnen“, erklärt der Bahnsprecher auf Nachfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Murnauer Tagblatt. „Wenn die Sicherheitskräfte vor Ort einen Handlungsbedarf erkennen, können sie sich gerne mit unserer Notfall-Leitstelle in Verbindung setzen.“

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