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Teures Problem: Die Sanierung der Brücke erfordert einen sechsstelligen Betrag. Ein Neubau würde noch mehr Investitionen erfordern. 

Gemeinderat  Oberammergau

Jetzt wird die Rialtobrücke aufgemacht

Oberammergau – Ist der Pürschlingsteg noch zu retten? Oder sind die Tage der sogenannten Rialtobrücke in Oberammergau gezählt? Und wie groß ist eigentlich das Ausmaß der Schäden? Zumindest eine Antwort auf diese Fragen gab es jetzt im Gemeinderat.

Seit eineinhalb Jahren ist der Pürschlingsteg über die Ammer gesperrt. Und daran wird sich vorerst nichts ändern. Der Oberammergauer Gemeinderat hat in dieser Woche nicht – weder im positiven noch im negativen Sinn – über das Schicksal der Rialtobrücke entschieden. Bevor das Gremium festlegt, ob der marode Überweg abgerissen, saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird, soll er noch einmal genau unter die Lupe genommen werden. Ohne dass es teuer wird.

Das heißt: ohne externe Hilfe. Wie berichtet, hatte sich eine Firma aus Norddeutschland bei der Verwaltung gemeldet und eine spezielle Technik vorgeschlagen. „Es geht darum, die Brücke zu öffnen“, erklärte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) in der Sitzung. Bei allen bisherigen Untersuchungen war der Steg praktisch von unten angeschaut worden. Jetzt sollen von oben Bohlen abgenommen werden. Dann könnte das Schadensausmaß und damit auch die Höhe möglicher Sanierungskosten konkreter festgelegt werden, erklärte Nunn.

Die Firma zu beauftragten, kostet Nunn zufolge zwischen 5000 und 10 000 Euro. Plus Spesen für die weite Anfahrt. „Da ist sicher mit weiteren 1500 Euro zu rechnen.“ Geld, das nun mittels einer Alternative gespart werden soll. Denn die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs können die Brücke auch öffnen. Ein Vorschlag, der im Gremium gut ankam: Für dieses Vorgehen gab es einen einstimmigen Beschluss.

Auf mehrfache Nachfrage der Fraktion der Freien Wähler – sie hatte mit ihrem Antrag die Rialtobrücke auf die Tagesordnung gebracht – wurde festgelegt, dass die Ergebnisse bestenfalls bis Mai feststehen sollen. „Das lässt sich relativ schnell machen“, erklärte Bauamts-Chef Johannes Lang. Geschehen sei dies bislang nicht, weil man das Konstrukt nicht vor dem Winter öffnen wollte. Es wurde befürchtet, dass durch die Untersuchung Wasser eindringt und bei eisigen Temperaturen gefriert.

Ohnehin hatte die Verwaltung die Behandlung des Themas schon für Ende Oktober vorgesehen. Damals wurde es aber – weil die Sitzung schon so lange gedauert hat – von der Tagesordnung genommen, betonte Nunn. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb konnte sich Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) einen Kommentar nicht verkneifen: „Es bringt doch was, wenn man einen Antrag stellt.“

Wie es mit der Rialtobrücke weitergeht, soll nun am Ende des Frühlings entschieden werden. Das weitere Vorgehen ist dabei auch eine Frage des Geldes: Der Aufwand für einen Abriss wurde bislang mit rund 50 000 Euro beziffert. Für einen einfachen Neubau wäre eine Investition von bis zu 400 000 Euro notwendig. Die Kosten für eine Sanierung lagen in der Schätzung bislang bei rund 200 000 Euro. Aber das könnte sich nun ja noch ändern.

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