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Sieg auf der ganzen Linie: Josef Frank präsentiert in Stuttgart Urkunde und Trophäe. Im Hintergrund in der Vitrine ist die Gewinner-Geige zu sehen.

Handwerker mit künstlerischer Ader

Mittenwalder holt mit Kupfer-Geige Platz eins

Mittenwald - Dass Mittenwalder mit Geigen glänzen, ist nichts Ungewöhnliches. Wenn das Stück aber aus Metall gefertigt und preisgekrönt ist, dann lässt das schon aufhorchen. 

Lange überlegen brauchte der frischgebackene Spenglermeister Josef Frank nicht, als es um sein Meisterstück ging. Etwas Regionales sollte es sein, was sich später während der anstrengenden Prüfung auch im Prüf-Gespräch „gut verkaufen lässt“. So war es für den Mittenwalder selbstredend, eine Geige aus reinem Kupfer zu zaubern.

Drei Monate investierte er in sein Werk. „Die lange Vorbereitung auf mein Meisterstück hat sich ausgezahlt“, findet Frank. Verarbeitet hat er es mit der Falztechnik. „Es ist eine nach den Originalmaßen angefertigte Spengler-Geige mit Schnecke, Sockel und geschwungenem Podest“, erläutert der Isartaler, der nun für seine filigrane Arbeit den Lohn erhielt – und zwar in Stuttgart bei der Bundesfachmesse „Dach und Holz“. Dort kürte die Jury sein Mittenwalder Modell in der Kategorie „bester Ziergegenstand“ zur Nummer eins.

Freudestrahlend nahm Frank die Siegertrophäe, einen vergoldeten Picard-Kreuzschweifhammer, in Empfang. Auf den weiteren Plätzen folgten Patrick Traub aus Waiblingen und Marina Brust aus Hammelburg.

Zur Preisverleihung 2016 wurden die beliebtesten neun aus 76 eingereichten Meisterstücken durch die Leser der Fachzeitschrift „Baumetall“ nominiert. Über 12 000 Stimmen wurden abgegeben. Über die neun Finalisten stimmte schließlich eine fünfköpfige Jury ab. „Es macht mich stolz, das Werk meines Großvaters und Vaters weiterführen zu können“, betont ein überglücklicher Gewinner.

Nun kann sich Frank voll und ganz auf die Jubiläums-Feierlichkeiten im kommenden Jahr konzentrieren. 50 Jahre alt wird der von seinem Opa gegründete und von seinem Vater übernommene Betrieb dann. Mit einem Tag der offenen Tür sowie einem kleinen Festzelt vor dem Firmengebäude am Fischweiher soll gefeiert werden. Frank, der bis er 18 Jahre alt war, erfolgreich das Ski-Gymnasium im Tiroler Stams besuchte, führt seit seiner Meister-Ausbildung als Geschäftsführer den Mittenwalder Familienbetrieb für Spengler-, Dachdecker und Schlosserarbeiten.

Sein Credo: „Innovatives beziehungsweise kreatives Denken und das Umsetzen in die Praxis ist in unserem Beruf heutzutage sehr wichtig, da immer mehr wert auf die Optik gelegt wird – egal ob auf dem Dach oder bei Ziergegenständen.“ Auch wenn letztlich nichts aus seiner Ski-Karriere geworden ist, geht Frank junior in seinem jetzigen Metier vollends auf. „Das Schöne an unserem Beruf ist, dass man sich verwirklichen und seine Handarbeit noch Jahrzehnte später betrachten kann.“ Franks kunstvolle Kupfergeige untermauert das eindrucksvoll. Josef Hornsteiner

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