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Auf nach Amerika, heißt es nächstes Jahr für das Murnauer Jugend- und Blasorchester.

Geplanter Auftritt bei Steubenparade in New York

Jugendorchester: Ringen um Zuschuss 

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Murnau - Die Gemeinde Murnau zeigt sich auch 2017 spendabel: Sie fördert örtliche Vereine und Organisationen mit insgesamt fast 200 000 Euro. Eine schwere Geburt war in den Haushaltsberatungen ein Zuschuss ans Jugend- und Blasorchester, um jungen Musikern einen Auftritt in den USA zu ermöglichen.

Die Vereinsförderung der Marktgemeinde Murnau ist fester Bestandteil des Haushaltsplans – und führt oft zu kontroversen Diskussionen. Immerhin geht es um sehr viel Steuergeld, mit dem das ehrenamtliche Engagement unterstützt werden soll. So beschäftigte sich der Gemeinderat auch am Donnerstagabend im Zuge der aktuellen Haushaltsberatungen – verhandelt wird der rund 41 Millionen Euro schwere Jahresetat für das kommende Jahr – ausführlich mit diesem Thema. Eigentlich sollten detaillierte Richtlinien, die heuer beschlossen wurden und am 1. Januar 2017 in Kraft treten, die Vergabe genau regeln. Doch um Ausnahmen, das wurde in der Sitzung deutlich, kommt die Ortspolitik trotzdem nicht umhin.

Konkret ging es um einen Antrag des Jugend- und Blasorchesters (JBO), das nächstes Jahr im September zusammen mit den Gebirgsschützen Großes vorhat: Die beiden Organisationen wollen an der legendären New Yorker Steubenparade teilnehmen und das Ganze mit einer Rundreise an der Ostküste der Vereinigten Staaten verbinden. Dafür beantragte der Musikverein 10 000 Euro Zuschuss.

 Eigentlich ein klarer Fall für eine Absage: Denn Unternehmungen „außerhalb des örtlichen Wirkungskreises“ werden laut den besagten Statuten nicht gesponsert. Doch aus den Reihen des Gemeinderats regte sich Widerstand. Es wurden Stimmen laut, die eine Ausnahme einforderten. „Das gehört im großen Stil bezuschusst“, sagte etwa Martin Bergmeister (CSU). „Ich sehe das als Jugendförderung.“ Die Reise sei für die jungen Musiker eine einmalige Chance. Die hohen Kosten – erste Schätzungen gehen von 1800 Euro pro Teilnehmer aus (Flug, Hotels, Busrundreise) – könne nicht jede Familie so ohne Weiteres aufbringen. Bergmeisters Fraktionskollege Michael Hosp sah die Sache ähnlich: „Das JBO präsentiert den Markt Murnau. Das ist gut angelegtes Geld.“

Im Laufe der Diskussion zeichnete sich ab, dass das Gremium bereit ist, von der Regel abzuweichen. Schließlich, so der Tenor, handle es sich um eine ganz besondere Aktivität. „Wir brauchen eine super Begründung“, meinte Elisabeth Tworek (SPD). Schließlich verständigte man sich auf einen Vorschlag von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der den sozialen Aspekt in den Mittelpunkt rückt. Demnach stellt die Marktgemeinde maximal 10 000 Euro zur Verfügung, allerdings nur für jugendliche Ensemble-Mitglieder, die eine „soziale Bedürftigkeit“ nachweisen. Dies trifft etwa bei einkommensschwachen Familien zu – oder wenn mehrere Kinder im JBO spielen.

„Ich freue mich. Das erleichtert uns die Sache sehr“, erklärte in einer ersten Reaktion der JBO-Vorsitzende Michael Gerstberger. Ohne die Finanzspritze bestünde die Gefahr, dass einige Kinder nicht mitfahren können.

Insgesamt werden nächstes Jahr rund 60 Vereine und Organisationen von der Gemeinde unterstützt, ob nun in Form von Zuschüssen für Projekte oder Anschaffungen, Bauhof-Leistungen oder stark vergünstigten Mieten. Das fängt bei wenigen hundert Euro an und hört bei fünfstelligen Beträgen auf. Der größte Posten mit rund 53 000 Euro kommt dem Kulturverein zugute, der damit vor allem hochkarätige Musikveranstaltungen wie das Grenzenlos-Festival auf die Beine stellt. In den vergangenen zehn Jahren sei auf diese Weise eine gute halbe Million Euro geflossen, rechnete Beuting vor. „Das ist ein Zeichen extremer Großzügigkeit.“ Zur Erinnerung: Vor etwa einem Jahr war es nach Etat-Kürzungen zu Reibereien mit dem Kulturverein gekommen. Davon war jetzt nichts mehr zu hören. Mehrere Redner betonten die ihrer Ansicht nach hervorragende Arbeit, die diese Gruppierung leiste. Von der Werbewirkung profitiere der ganze Ort, sagte Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum). „Murnau hat sich in der Jazzszene einen Namen gemacht.“ Doch es gab auch eine kritische Anmerkung: „Das sind keine Veranstaltungen für die breite Masse“, meinte Veronika Jones (Grüne). „Das darf man auch mal kritisch hinterfragen.“

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