Asylbewerber-Kinder gut integriert

Jugendtreff Mittenwald bleibt geöffnet

Mittenwald - Die Statistik ist nicht optimal: Die Besucherzahlen im Jugendtreff Mittenwald sind rückläufig. Trotzdem hält die Gemeinde an der Einrichtung fest.

Es hätte besser laufen können im Jugendtreff Mittenwald. Denn die Besucherzahlen sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 ein bisschen eingebrochen. Rund 300 Jugendliche weniger schauten vorbei. Für die Betreuerinnen Trixi Schönauer und Barbara Gerbl ist das allerdings kein Grund, Trübsal zu blasen. Die beiden sprühen nach wie vor vor Esprit und schmieden Zukunftspläne. Zumindest mit Blick auf dieses Jahr. Denn so viel steht seit Dienstagabend fest: Die Einrichtung unter der Trägerschaft des Kreisjugendrings Garmisch-Partenkirchen bleibt für ein weiteres Jahr bestehen. Auf Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses hat der Marktgemeinderat dem sogenannten Betriebsverlängerungsvertrag unisono zugestimmt, allerdings wie immer mit dem Vorbehalt, 2017 erneut darüber zu entscheiden.

Dass die Räte ganz seiner Meinung waren, freute Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). „Es spricht nichts dagegen, den Vertrag zu verlängern“, betonte er. Auch nicht die rückläufigen Zahlen. Warum diese nicht auf dem Niveau von 2014 lagen, konnte Schönauer plausibel erklären. Gleich mehrere Faktoren spielten der Statistik böse mit. „Die Feiertage waren sehr freitagslastig“, klagte sie. Ungünstig bei einem Treffpunkt, der ausschließlich dienstags und freitags geöffnet hat. Nicht der einzige Aspekt, der sich negativ auswirkte, wie Schönauer in der Sitzung berichtete. „Wegen des G7-Gipfels hatten wir vier Wochen zu.“ Es folgte die Quali-Vorbereitungs-Phase, zumindest in ihrer Freitagsgruppe, in der sie sich um die Jugendlichen ab zwölf Jahren kümmert. „Das war eine neue Erfahrung“, sagte sie. Lernen statt Party. Aber auch in der Dienstagsgruppe von Gerbl (bis zwölf Jahre) machte sich ein Besucherschwund bemerkbar. Durchschnittlich seien der Betreuerin zufolge statt elf, nur noch sechs Kinder pro Abend gekommen, das heißt im Monat 20 bis 40.

Doch die beiden Frauen durften auch neue Gäste begrüßen, die Asylbewerberkinder. Auf Nachfrage von Rudi Rauch (SPD) verdeutlichte Schönauer, wie gut deren Integration verläuft. Im Jugendtreff wurde dafür der „Non-verbale-Ortsplan“ entworfen, den inzwischen andere Gemeinden abkupfern. Er hilft den jungen Flüchtlingen, sich in Mittenwald zurechtzufinden. Mittlerweile ist aber auch die Sprachbarriere überwunden. „Die haben binnen zwölf Wochen fantastisch deutsch gelernt“, erzählte die Leiterin.

Nachrichten, die Hornsteiner und Co. gerne hören. Ebenso wie die, dass die Einrichtung, die jährlich von der Marktgemeinde mit 8000 Euro bezuschusst wird, auf finanziell soliden Beinen steht. „Wir haben gespart“, sagte Schönauer stolz. Das Geld soll in die Inneneinrichtung fließen: Anschaffungen wie neue Lichter, Kicker-Bälle, Controller für die Playstation, zwei bis drei Barhocker oder Vorhänge sind nötig. „Manches hat einfach Verschleißerscheinungen“, erklärte Schönauer. Aber heuer „können wir uns Reperaturen zum Beispiel eventuell leisten“. Damit und mit vielen Aktionen dürfte der Anreiz dann wieder mehr vorhanden sein, dass die Jugendlichen den Treff häufiger aufsuchen.

Die Zahlen im Überblick

2014:

weiblich: 704 Besucher

männlich: 668 Besucher

gesamt: 1372 Besucher

2015:

dienstags: 344 Besucher

freitags: 698 Besucher

gesamt: 1042 Besucher

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