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Erbschleicherin in Aktion: Anna (Lara Greiner) versucht alles, um sich den Hof des alten Jockel-Bauern (Johannes Klein) unter den Nagel zu reißen.

Ein Testament sorgt für Zündstoff

Voller Erfolg der „Junga Theaterer"

Oberau - Die „Junga Theaterer“ des Volkstrachtenvereins Oberau begeistern ihr Publikum mit dem Lustspiel „Ballett am Jockelhof“. Für die zahlreichen Pointen, die absolut sitzen, ernten die Darsteller viel Szenenapplaus.

Mit dem Erben ist es so eine Sache. Häufig sorgt ein Testament für gehörig Zündstoff innerhalb einer Familie. Viel Emotion ist dabei meistens mit im Spiel – was wiederum Stoff für Dramen und Theaterstücke liefert. Mit viel Humor und Augenzwinkern haben sich nun die „Junga Theaterer“ aus Oberau diesem Thema gewidmet. Die Nachwuchs-Darsteller des Volkstrachtenvereins Almarausch feierten mit dem Lustspiel „Ballett am Jockelhof“ (Regie: Andrea Jais) im gut gefüllten Trachtenheim Premiere und landeten dabei eine volle Punktlandung.

Nicht gerade einfach wird dem jungen Bauern Ferdl (gekonnt gespielt von Michael Klein) das Leben gemacht. Seine Eltern sind bereits gestorben und den familiären Jockelhof erbt er erst, wenn er eine im Testament festgesetzte Klausel erfüllt. Er muss sich als fleißiger Bauer beweisen, der „dem süßen Leben“ abschwört, ansonsten geht der Hof an die Schwestern der Mutter. Schuld an dieser Festlegung ist der Großvater (Johannes Klein), der es damit eigentlich „nur gut gemeint hat“ und an die Disziplin des Enkels appellieren wollte.

Doch alles kommt anders als geplant. Der letzte Wille der Jockelhof-Bäuerin lockt nämlich die Trauer heuchelnden und „scheinheiligen Erbschleicher-Tanten“ Anna und Luise (herrlich giftig gespielt von Lara Greiner und Daniela Hann) samt ihren Männern Hans (Sebastian Elgas) und Karl (Tobias Pietsch) ins Haus, die den jungen Neffen vom Hof wegscheuchen und sich diesen selbst unter den Nagel reißen wollen. Mit viel List versuchen sie zu beweisen, dass Ferdl nicht im Stande ist, die Landwirtschaft zu führen. Mitunter ist den beiden Paaren dafür jedes Mittel Recht. Sogar die Haushälterin Rosalie (erfrischend und gewitzt gespielt von Magdalena Kramer) wird mit Geld bestochen, damit sie den Neffen verführt und mit ihm „vom Hof verschwindet“.

Doch die Rechnung haben die Verwandten ohne die schlaue Rosalie gemacht, die den Ferdl nämlich „von Herzen gern hat“. Mit List spielt sie die beiden Tanten gegeneinander aus, die sich nichts vergönnen und sich immer wieder mächtig in die Haare kriegen. Beim Wettstreit, wer auf dem Hof die meiste Arbeit verrichten kann, überschlagen sich die konkurrierenden Paare vor Tatendrang und führen laut Ferdl „ein Ballett nach dem andern auf“. Als auch noch die Notarin (Maria Gaßner) auftaucht, ist das Chaos perfekt und für Ferdl und seine Rosalie kommt es schließlich zum Happy End.

Mit viel Spielfreude erweckten Die „Junga Theaterer“ die Posse von Franz Schaurer zum Leben. Besonders in der Rolle des schadenfreudigen Großvaters brillierte Johannes Klein, aber auch die anderen Schauspieler schafften es, ihre Rollen mit Talent und Spielfreude zu gestalten. Jede Pointe saß perfekt. Belohnt wurde dies vom Publikum mit herzhaftem Gelächter und viel Szenenapplaus. Ein gelungenes, kurzweiliges Theatervergnügen.

Weitere Aufführungen

stehen am Freitag, 13. Mai, sowie am 18. und 19. Juni jeweils um 19 Uhr im Trachtenheim Oberau auf dem Spielplan. Der Eintritt ist frei. Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen.


Magdalena Kratzer

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