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Begegnung der dritten Art in Garmisch-Partenkirchen

Känguru büchst aus Zirkus aus

Garmisch-Partenkirchen - Da staunten die Spaziergänger nicht schlecht: ein Känguru mitten in der Marktgemeinde. Seine Besitzer vom Circus Kaiser haben derzeit wirklich Pech.

Ein hüpfendes Känguru auf Garmisch-Partenkirchens Straßen sieht man nicht alle Tage. Am Donnerstagabend mag sich so mancher Spaziergänger sehr gewundert haben, als ihm ein ausgewachsenes Tier dieser Spezies entgegengekommen ist. Der Zweibeiner ist jedoch nicht aus seiner Heimat Australien ins Werdenfelser Land gehüpft, um auf Wanderschaft zu gehen. Er ist dem aktuell in der Marktgemeinde gastierenden Circus Kaiser während einer Vorstellung ausgebüchst. Die Besitzer konnten den Exoten schnell wieder einfangen. Dies bestätigte die hiesige Polizeiinspektion. Für die Zirkusbetreiber war der Ausflug ihres animalischen Artisten ebenfalls eine Überraschung – wenn auch eine unerfreuliche. „Das passiert manchmal leider“, sagt Artistin und Mitbetreiberin Tina Quaiser. Der Ausreißer habe sich jedoch ohne Probleme wieder in die Manege zurückführen lassen. „Mein Verlobter war schnellstmöglich zur Stelle, um eine Panik von Seiten des Tieres zu vermeiden. Wir hatten Glück.“

Das Glück steht ansonsten momentan nicht gerade auf der Seite des Familienbetriebs in neunter Generation. Das anhaltend schlechte Wetter hat den Künstlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mehrere Auftritte sind in den vergangenen Wochen ausgefallen. Auch die Vorstellungen in Garmisch-Partenkirchen schienen aufgrund des Regens und des fehlenden Stellplatzes in Gefahr. Unter anderem wegen der bevorstehenden BMW-Motorrad-Days war die Wiese am Hausberg nicht frei, der Zirkus musste auf die Krottenkopfstraße – nahe einer Siedlung – ausweichen. In der Manege war den Artisten von dem Stress der vergangenen Wochen jedoch nichts anzumerken. Ganz nach dem Motto „The show must go on“ meisterten sie ihr Programm trotzdem souverän mit akrobatischen Raffinessen auf dem Seil oder am Trapez. Arthur Kaiser faszinierte unter anderem mit mehreren gestapelten Stühlen, die er lediglich mit seinem Mund balancierte. Aber auch eine witzige Hundeshow mit Volksmusik oder perfekt konzipierte Dressur-Auftritte mit Kamelen, Lamas, Alpakas, Wattusirindern, Wasserbüffeln und Pferden zauberten den Kindern im Publikum ein Leuchten in die Augen.

Die Auftritte des Clowns Beppo und seines jungen Gehilfen Luciano sorgten wiederum für herzhafte Lacher in den Reihen. Der achtjährige Unterhaltungskünstler und seine vierjährige Schwester Loredana sind die jüngsten Darsteller der Truppe, standen den älteren Kollegen aber in nichts nach. Mit charmanten Einlagen und Kunststücken unterhielten sie Groß und Klein. In der Pause durften die Zirkus-Besucher im Freien Lamas, Kühe und Kamele streicheln. „Wir wollen mit Vorurteilen aufräumen und den Leuten zeigen, dass es den Tieren bei uns gut geht. Wir tun dafür unser Bestmögliches“, sagt Quaiser. Ideal sei das momentane Wetter auch für die Tiere nicht, da die Koppel recht matschig ist. Die Unternehmerin hofft, dass sich die Lage bald verbessert. „Wir alle beten, dass der Regen bald aufhört.“

Magdalena Kratzer

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