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Badespaß pur verspricht das Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen seinen Gästen.

Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen

Algen verderben den Spaß

Garmisch-Partenkirchen - Das Kainzenbad will im Laufe der Pfingstferien die Sommersaison eröffnen. Doch die CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch hat einige Mängel ausgemacht. Algen, abgestandenes Wasser und verunreinigten Kies hat sie beobachtet.

Es darf wieder geplanscht, gerutscht und vom Sprungturm gehüpft werden. Das beliebte Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen eröffnet im Laufe der Pfingstferien die Badesaison. Zu den Stammgästen zählt seit Jahren auch Elisabeth Koch (CSU). Die Fraktionsvorsitzende der Christsozialen im Marktgemeinderat hat aber einige Bedenken, was den Zustand des Naturfreibades angeht. „Das Wasser wurde in der dritten Saison in Folge nicht ausgelassen und demzufolge auch der im Becken befindliche Kies nicht gereinigt“, schimpft die Politikerin.

Eine Erklärung hierfür liefert Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Aufgrund der noch mehrere Wochen stattfindenden Bauarbeiten des Wasserwirtschaftsamtes an der Kanker (Anm. d. Red.: Gebirgsbach, aus dem Wasser für das Kainzenbad entnommen wird) wurde eine Schleusensperre eingebaut.“ Dies führt dazu, dass das Bad nicht mehr komplett abgelassen werden kann. Ein Kiesaustausch ist aus ihrer Sicht „naturschutzrechtlich nicht vertretbar“. Das Kainzenbad sei in vielen Wochen des Jahres mit einem Biotop gleichzusetzen und dient Kröten, Fröschen und Molchen als Laichgebiet. Zudem besagt der Artenschutz, dass das Bad aufgrund der Laichzeit im Frühjahr nicht mehr abgelassen werden darf.

Doch Koch hat noch einen weiteren Missstand ausgemacht: Das Wasser des Kainzenbades weise jedes Jahr eine erhebliche Algenbildung auf. „Dadurch wird das Schwimmen nicht eben zum Genuss“. Sie befürchtet, dass ein Großteil der Algen seit der vergangenen Saison noch vorhanden ist. Meierhofer ist sich der „Algenproblematik“ durchaus bewusst. Sie verweist jedoch darauf, dass es sich dabei um fädige Grünalgen, sogenannte Jochalgen, handele, die „keinerlei Gefahr“, sondern allenfalls eine „optische Beeinträchtigung“ darstellen. Die deutlich bedenklicheren Cercarien und Blaualgen sind bis dato noch nicht im Kainzenbad vorgekommen. Als zusätzliche Sicherheit für die Badegäste wird das Wasser jedes Jahr mehrfach von unabhängigen Stellen kontrolliert. „Dabei wurden in den vergangen Jahren nie problematische Werte festgestellt“, beteuert Meierhofer. Vielmehr wurde dem Badewasser regelmäßig eine „ausgezeichnete EU-Binnenbadgewässerqualität“ bescheinigt.

Indes sei in der Winterpause trotzdem einiges am Kainzenbad passiert. „Wir können den Gästen wieder Neuerungen und Verbesserungen bieten.“ Da wären die Erneuerung des Bodenbelages rund um das Kinderbecken, der frische Sand in den Beachvolleyballplätzen, ein neues Wipptier, eine Mutter-Kind-Schaukel, die Renaturierung des Bachlaufs, sowie ein Winterquartier für Amphibien, inklusive Schautafel. Viele Veränderungen also am Kainzenbad. Ob diese aber ausreichen werden, um Gemeinderätin Koch zu beruhigen, wird sich zeigen. Sie erwartet jedenfalls eine Reaktion von Meierhofer: Die Kiesreinigung und der Wasseraustausch sollen spätestens zur neuen Saison erfolgen.

Simon Nutzinger

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