Sorge um Frank Plasberg: „Hart aber fair“-Moderator erkrankt - Kollegin übernimmt

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Genervt über den Stillstand in Sachen Mobilfunk: Herbert Doll, hier auf seiner Wiese nahe des Friedhofs, die er der Telekom angeboten hat. Foto: Lory

Kampf um Handy-Empfang

Uffing - In die Uffinger Mobilfunkdebatte kommt neuer Schwung. Derzeit werden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt.

Der Initiator will erreichen, dass in der Nähe des Friedhofs eine Antenne errichtet wird. Unterdessen wirft Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) den Mobilfunkfirmen „Blockadehaltung“ vor.

Initiator der Unterschriftensammlung ist Herbert Doll. Der Uffinger ist, wie berichtet, verärgert über die schlechte Versorgung. Der 50-Jährige hat der Telekom vor einigen Monaten eine Fläche angeboten, die ihm gehört. Das Grundstück liegt zwischen dem Lerchenweg und der Schöngrubstraße. Die Volksvertreter waren von dem Plan nicht begeistert und sagten Nein. Denn die Gemeinde legte in einem langwierigen Verfahren Areale fest. Die klare Vorgabe ist: Mögliche Standorte sind im Außenbereich ausschließlich der Rußbichl und die Kläranlage. Eine Antenne wurde bis heute nicht aufgestellt.

Doll nervt der Stillstand. „Es geht einfach nichts weiter.“ Der Uffinger, von Beruf Kraftfahrer, hat jetzt die Initiative ergriffen. An verschiedenen Stellen im Ort liegen Listen aus, in die man sich eintragen kann. Die Frage, die die Bürger bei einem etwaigen Bürgerentscheid beantworten sollen, lautet: „Sind sie dafür, dass ein Mobilfunkmasten auf dem Grundstück Flur-Nr. 1264 (Nähe Friedhof) errichtet und dafür die erforderliche Umplanung durchgeführt wird?“

Zur Begründung heißt es, dass der Rußbichl und das Klärwerk von den Betreiberfirmen nicht bebaut würden, „da aus heutiger Sicht, die Anforderungen an ein modernes Mobilfunknetz an diesen Standorten nicht genügen“. Und weiter: „Nicht nur als Tourist, auch als Uffinger Bürger ist es in der heutigen Zeit ein untragbarer Zustand und eine Zumutung, mobilfunktechnisch nicht erreichbar zu sein.“

Bisher habe man rund 150 Unterschriften beisammen, berichtet Doll. Um einen Bürgerentscheid herbeizuführen, wären mehr als 300 nötig. Da fehlen noch einige. Doch Doll sagt: „Wir stehen nicht unter Zeitdruck.“ Auf die Uffinger Volksvertreter ist er nicht gut zu sprechen. „Der Gemeinderat ist überheblich und von sich selbst überzeugt.“ Dabei habe das Gremium „nur Geld zum Fenster rausgeworfen“.

Wintermeier sagt zu Dolls Vorwürfen nur: „Das ist seine Meinung.“ Der Rathauschef glaubt nicht, dass Dolls Hauptmotivation die Verbesserung der Mobilfunkversorgung ist. Vor allem finanzielles Eigeninteresse vermutet Wintermeier dahinter. Doll weist den Vorwurf zurück.

Wintermeier nimmt auch im aktuellen Bürgerblatt zum Mobilfunk Stellung. Er betont, dass der Eindruck erweckt werde, „die Gemeinde sei an der teilweise schlechten Mobilfunkversorgung in Uffing schuld - das stimmt nicht! Mobilfunknutzer, die mit der Netzqualität nicht zufrieden sind, sollten sich daher nicht in die Irre führen lassen.“ Verantwortlich für einen schlechten Empfang sei allein der jeweilige Netzbetreiber, nicht die Gemeinde.

Wintermeier hebt zudem hervor, dass jetzt die Firmen am Zug seien, „eine aus grundsätzlichen Erwägungen eingenommene Blockadehaltung aufzugeben und die kommunalen Standorte zum Vorteil ihrer Kunden zu nutzen“. Von der Telekom war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Ein Telekom-Sprecher hatte im Februar erklärt, dass der Rußbichl und das Klärwerk „nicht in die Netzstruktur“ des Unternehmens passten. Wintermeier will das nicht glauben. Vor sechs Jahren hätten die Betreiber den Rußbichl „mit Handkuss“ genommen. Es könne ihm keiner erzählen, dass dieser Standort heute nicht mehr geeignet sei. Wie geht es nun weiter? „Wir warten jetzt einfach mal ab, was bei Herrn Doll herauskommt“, sagt Wintermeier. Die Telekom schrieb Doll übrigens, dass dessen Angebot „in allen Belangen unseren Anforderungen an einen sehr guten Standort“ entspreche, „da er für alle Dienste (GSM, MTS und LTE) sehr gut geeignet ist“. Freilich: Es stehen einige Häuser in der Nähe. Die Bewohner wären wohl über eine Antenne nicht davon begeistert. (roy)

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