Im Kampfanzug zum Neujahrsempfang

Murnau - Diese Missionen werden mit Sicherheit keine harmlosen Spaziergänge: Die 62 Soldaten, die am Mittwoch beim Neujahrempfang von Bundeswehr und Marktgemeinde im Offizierheim für vier Monate in verschiedene Krisenländer verabschiedet wurden, haben ein Stück harte Arbeit vor sich.

Schon der Auftritt der Männer und Frauen in hellbraunen Kampfanzügen fiel den rund 150 Besuchern sofort ins Auge. „Dies ist ein äußeres Anzeichen dafür, dass das Jahr 2015 im Führungsunterstützungsbataillon 293 wesentlich durch den Einsatz bestimmt wird“, erklärte Kommandeur, Oberstleutnant Dirk Kutscher. Das Bataillon habe den Auftrag, Einsatzdienstposten im 7. Kontingent „EU Trainingsmission Mali“, dem 7. Kontingent „Active Fence Turkey“, dem 40. Kontingent KFOR im Kosovo und dem 2. Kontingent der „Resolute Support Mission“ (RSM), der Nachfolgemission in Afghanistan, zu stellen. So seien bereits vergangene Woche neun Soldaten von seinem Stellvertreter, Oberstleutnant Dominik Grundt, und Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) im Murnauer Rathaus in den Kosovo verabschiedet worden (wir berichteten).

Da das afghanische Volk zum Ende 2014 die volle Alleinverantwortung für das Land übernommen habe, hätten die 51 Männer und Frauen der „RSM“ die Aufgabe, die Kräfte dort zu beraten, auszubilden sowie den weiteren Weg der Afghanen zu begleiten. Sie würden in Mazar-e Sharif und Kabul tätig sein. Der Einsatz der acht deutschen Soldaten in Mali diene der Wiederherstellung der territorialen Integrität des Landes, erklärte Kutscher weiter. „Dies geschieht im Schwerpunkt durch Pionierausbildung und medizinische Versorgung, was allerdings uns Führungsunterstützer zur Sicherstellung der Kommunikation im Einsatzland und von dort nach Deutschland bedingt.“ Die Mission „Active Fence Turkey“ durch zwei weitere Soldaten diene dem Schutz der Bevölkerung und des Staatsgebietes der Türkei in Folge des Bürgerkriegs in Syrien. „Ihre Aufgabe als Führungsunterstützer ist es, die Kommunikation im Einsatzland und von dort aus nach Deutschland sicherzustellen.“ Überdies werde ein Stabsunteroffizier den Einsatz der „Operation Atlanta“ in Somalia unterstützen, das von staatlicher Stabilität weit entfernt sei: „Ein Krisenherd, der weit in die Region ausstrahlt“, befand Kutscher.

Traditionsgemäß übergab Beuting den drei Kontingenten Murnauer Ortsschilder als Sinnbild für deren Verbundenheit mit der Marktgemeinde. Laut dem Kommandeur wird das Jahr 2015 auch den am Standort verbleibenden Soldaten einiges abverlangen: „So gilt es zunächst, den gesamten Materialbestand des Bataillons trotz der aus allen Einsätzen resultierenden personellen Schwächung durchgängig zu bewirtschaften, die Einsatzbereitschaft zu halten und möglichst weiter auszubauen.“

2014 sei für das Führungsunterstützungsbataillon unter anderem deshalb ein besonderes Jahr gewesen, weil durch das öffentliche Gelöbnis im November nach längerer Pause wieder ein Bezug zur Marktgemeinde hergestellt worden sei, betonte Beuting. „Sie hätten keinen besseren Ort wählen können, um zu zeigen, dass die Bundeswehr ein Teil Murnaus ist, dass sie in die Mitte des Ortes gehört, und dass sie am Rathaus - dem Haus der lokalen Demokratie - ihr Gelöbnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Staates abgegeben haben.“ Jederzeit, so bot Beuting dem Bataillon an, könne die Bundeswehr dort ihre Zeremonie abhalten: „Ich würde mich sehr darüber freuen.“

Die musikalische Umrahmung des Empfangs, zu dem zahlreiche Würdenträger, Führungskräfte und Vereinsvorstände erschienen waren, hatte wie immer eine Abordnung des Gebirgsmusikkorps unter Leitung von Oberstabsfeldwebel Horst Kirch übernommen.

(her)

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