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Langläufer haben‘s nicht immer leicht.

Endstation Vorderriß für Langläufer 

Land unter auf der Kanada-Loipe

Wallgau/Vorderriß - Plötzlich stehen Langläufer im eiskalten Wasser. Aufgrund einer starken Vereisung am Rißbachwehr wurde die sogenannte Kanada-Loipe in der Vorderriß überflutet. Ein großes Problem, das sogar sehr gefährlich werden könnte.

Stockschwung um Stockschwung fährt ein Wallgauer bei traumhaften Bedingungen die Loipe in Richtung Vorderriß. Trotz des Sonnenscheins ist die Temperatur eisig, vor allem im Schatten. Die Vorfreude ist groß bei dem Isartaler, da der Gasthof Post in der Vorderriß mit seiner warmen Stube nicht mehr fern ist. Doch dann der Schock: Der Loipenübergang in der Vorderriß steht auf einmal tief unter Wasser – ein Durchkommen unmöglich.

Loipenübergang zerstört

Verärgert wandte sich der Wallgauer nun anonym ans Tagblatt: „Wahrscheinlich aufgrund einer Vereisung am Rißbachwehr konnte das Wasser nicht in den Rißbachstollen überfließen und lief so in den Rißbach“, erklärt dieser. Die Folge war, dass der Loipenübergang zerstört wurde. Für die unzähligen Wintersportler – es war ein Sonntag – war es nun nicht mehr möglich, den Gasthof Post und somit den Kleinbus für die Rückfahrt zu erreichen.

Bürgermeister sieht Gefahrenpotenzial

Auch für den Wallgauer Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) ist dieses Ereignis ein Unding: Daraus ergaben sich nämlich für ihn „gleich mehrere Gefahrensituationen“. „Die Langläufer mussten bei großer Kälte um die circa 15 Grad minus nach Wallgau zurücklaufen“, obwohl sie von „einem Rücktransport von der Vorderriß“ ausgehen konnten. Für ihn ist es ein hohes Risiko, die Freunde nordischen Skivergnügens ungeplant bei knackigen Temperaturen wieder 14 Kilometer in die andere Richtung zu schicken. Zumal es sich laut Zahler bei den Wintersportlern „oftmals um ältere Semester“ handele.

Doch genau so schlimm ist es für den Bürgermeister, dass bereits bei geringer Schneehöhe die Gefahr besteht, dass „die Loipe unterspült wird und Langläufer einbrechen“. Ein „ähnlich dramatisch gearteter Vorfall“ hat sich laut Zahler bereits ereignet. Verärgert ist er, dass die Gemeinde Wallgau als Loipenbetreiberin darüber „zu keiner Zeit in Kenntnis“ gesetzt wurde.

Eispanzer am Einlaufbecken

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Überflutung? „Wir haben das Wehr nicht aktiv geschlossen“, stellt Theodoros Reumschüssel, Pressesprecher im Bereich Wasserkraft der Firma uniper Kraftwerke GmbH, klar: „Der Eispanzer am Einlaufrechen hat dazu geführt, dass sich das Wasser höher aufstaute und nur über den Rißbach abfließen konnte“, teilt Reumschüssel ferner mit. Kleinlaut fügt er gegenüber dem Tagblatt hinzu: „Wenngleich wir solche witterungsbedingten Ereignisse nicht vorhersehen oder abstellen können, bedauern wir die damit einhergehende Unannehmlichkeiten für die Langläufer sehr.“

Er gibt aber auch zu Bedenken, dass „die Wasserführung des alpin geprägten Rißbachs unterhalb des Wehrs naturgegeben sehr großen Schwankungen“ unterliege. Grund dafür sind nicht zuletzt Niederschläge und Schneeschmelze. Da die Kanada-Loipe gewollt die Langläufer durch ursprüngliche Natur leiten will, ist es laut Reumschüssel „aufgrund der alpinen Landschaft und Streckenführung in unmittelbarer Nähe zur Isar und Rißbach“ nicht verwunderlich, dass sie „durch Naturereignisse tageweise nicht nutzbar sein würde“.

Auf Lösungssuche

Dennoch scheinen der Kraftwerksbetreiber sowie die betroffenen Orte Wallgau und Lenggries bereits eine Lösung gefunden zu haben: „Mit den Gemeinden haben wir für die Zukunft Vorkehrungen getroffen“, bestätigt Reumschüssel. So sollen bei einem Treffen mit den Verantwortlichen der uniper für den Überflutungsfall Meldewege und erste Maßnahmen definiert worden sein.

Josef Hornsteiner

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