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Der Knackpunkt: Um ein Grundstück, auf dem ein Teil der Tribüne im Kandahar-Zielbereich steht, ist ein Streit entbrannt.

Zwist um die Weltcup-Tribüne

Kandahar-Rennen: Grundstückstausch im Visier

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Garmisch-Partenkirchen - Der Streit um eine Fläche im Kandahar-Zielbereich, den aktuell sogar das Gericht beschäftigt, könnte heute Abend zu Ende gehen. Der Gemeinderat entscheidet nicht öffentlich über einen möglichen Grundstückstausch.

Die Zeichen stehen auf Kompromiss. Wenn der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat heute Abend hinter verschlossenen Türen tagt, dann geht es einzig und allein darum, den jahrelangen Zwist um eine Fläche im Kandahar-Zielbereich endlich zu beenden. Und damit auch die laufende Gerichtsverhandlung. Im Raum steht ein Grundstückstausch. Demzufolge erhält der Landwirt, auf dessen Boden jedes Jahr ein Teil der Zuschauer-Tribüne für die Weltcup-Rennen – 1300 von 2400 Sitzplätzen – entsteht – eines auf der anderen Seite der Bahngleise. Den Wertausgleich an den Markt, dem das Areal noch gehört, soll dem Vernehmen nach das Organisationskomitee (OK) schultern. Nachdem hierfür aber eine sechsstellige Summe im Raum steht, wollen die Veranstalter um OK-Geschäftsführer Peter Fischer Planungssicherheit. „Verständlich“, meint Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende der CSU. Somit geht es in nicht-öffentlicher Sitzung nicht nur um besagten Grundstückstausch, sondern auch um die Kosten für die Beschneiung.

Die übernimmt die Gemeinde. Im Schnitt fallen 500 000 Euro an, um die Strecke für den Rennsport, der im Vergleich zum touristischen Skilauf eine wesentlich stärkere Unterlage benötigt, zu präparieren. Nachdem jedoch angesichts knapper Kassen die freiwilligen Leistungen auf dem Prüfstand sind, kommt dieses Thema ebenfalls auf die Tagesordnung. Entscheidend für die Vertreter des OK ist, dass diese Kosten auch künftig vom Markt beglichen werden – und zwar für mehr als ein Jahr. Auch das ist verständlich. Deshalb müsse zunächst darüber und erst im zweiten Schritt über den angestrebten Grundstückstausch gesprochen werden, findet Florian Hilleprandt. Der CSB-Fraktionsvorsitzende wird sich an der Diskussion nicht beteiligen, schließlich fungiert er im OK als Schatzmeister. „Ich möchte aber zuhören, um aus erster Hand informiert zu sein“, betont der Steuerberater. Auch wenn er nicht mitstimmt, gibt er sich im Vorfeld der Sitzung optimistisch, dass endlich eine Einigung erzielt wird.

Seinen Optimismus teilt Robert Allmann, Fraktionschef der SPD, für den das heutige Votum einem Bekenntnis zu den Weltcup-Rennen gleich kommt. „Wenn wir die in Garmisch-Partenkirchen behalten wollen, müssen wir in den sauren Apfel beißen.“ Nachdem im Vorfeld der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 Millionensummen in den Ausbau des Skigebiets geflossen sind, „wäre es aus meiner Sicht ein Fehler, den Schritt jetzt nicht weiterzugehen“.

Auch Sportreferent Hubert Filser (Bayernpartei) hält die Rennen der weltbesten Skifahrer für enorm wichtig. Dem Weltcup könne man keine Absage erteilen, sagt er. „Wir dürfen uns aber auch nicht erpressen lassen.“ Und vor allem keinen Präzedenzfall für künftige Verhandlungen mit anderen Grundstücksbesitzern schaffen.

Bedenken, die Koch nachvollziehen kann. Allerdings „ist eine Einigung wichtig, um allen Beteiligten Rechtssicherheit zu geben“, unterstreicht sie. „Auch damit wir nicht jedes Jahr dieses Geschachere haben.“ Über den Ausgang der Sitzung will sie freilich nicht spekulieren, zumal das Ganze ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet und folglich der Geheimhaltung unterliegt. Was für sie aber außer Frage steht, ist die Bedeutung der Rennen. „Die bei uns Tradition haben.“ Und nach denen sich Filser zufolge andere Orte die Finger abschlecken würden. „Garmisch-Partenkirchen ist der Wintersportort Nummer eins in Deutschland“, sagt Koch. „Da gehört der Weltcup genauso dazu wie das Neujahrsspringen.“

Ob der Grundstückstausch tatsächlich die Lösung ist, die alle Seiten zufriedenstellt, wird sich heute Abend zeigen. Für Allmann und etliche andere Mitglieder des Gemeinderats scheint jedenfalls klar zu sein, dass die Großveranstaltungen im Winter von „unschätzbarem Wert“ sind.

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