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400 Sternsinger ziehen gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx (M.) durch die Partenkirchner Ludwigstraße.

Über 400 Kinder bei Auftaktgottesdienst

Kardinal Marx sendet Sternsinger aus

Garmisch-Partenkirchen - Große Ehre für Garmisch-Partenkirchen und das Werdenfelser Land. Kardinal Marx sendet in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt die Sternsinger aus. 

„Ich begrüße alle königlichen Hoheiten“, sagte der Kardinal fast ehrfürchtig, schließlich kommt Reinhard Marx ja auch nur die Titulierung „Eminenz“ zu und nicht „Hoheit“. An die 400 solche Würdenträger, ausgestattet mit feierlichen Gewändern und silbernen oder goldenen Kronen, saßen gestern Mittag in der Partenkirchner Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Alle Jahre um diese Zeit werden die jungen Sternsinger in einem anderen Gotteshaus der Erzdiözese ausgesandt, um vor den Häusern zu singen, um Spenden zu bitten und über den Eingangstüren das „20 C+M+B 16“ zu schreiben. Als erstes Haus erhielt nach dem Gottesdienst das Garmisch-Partenkirchner Rathaus diese Überschrift, „denn hier gehen ja auch Leute mit allerlei Problemen ein und aus“, sagte der Marx lächelnd, „die den Segen gut gebrauchen können“. Was auch für die beiden Ortsteile Garmisch und Partenkirchen gelte, die auch nicht immer friedlich miteinander umgingen.

„Wie einst die Weisen auf ihren Reisen folgen wir dem Stern“, hatten die Kinder zur Eröffnung des Aussendungs-tages im Gotteshaus gesungen. Schon die Anreise nach Garmisch-Partenkirchen war für manche, die samt Eltern aus ganz Oberbayern gekommen waren, schon leicht stressig: „Um sechs Uhr früh sind wir heute aufgestanden“, erzählte die silberbekrönte Veronika aus Moosinning bei Erding. Und ihre Freundin Miriam erläuterte auf die Frage, wo denn der dunkelhäutige Mohr sei, „das Schminken haben wir uns heute wegen der langen Fahrt erspart. Da schwitzt man immer so“.

Mit der Anreise hatte freilich auch der Kardinal seine Schwierigkeit, denn er steckte in einem Stau bei Eschenlohe und kam erst mit einer Viertelstunde Verspätung im Ortsteil Partenkirchen an, „denn so viele Leute wollten zu unseren Sternsingern“, sagte er dann launig in der Kirche, korrigierte sich jedoch alsbald lachend: „Es werden wohl schon die Touristen gewesen sein, die an solch herrlichen Tagen ins Werdenfelser Land wollen.“

Derweil hatten sich in der prall gefüllten Kirche die Sternsinger unter der Regie von Gemeindereferentin Susanne Weber längst warmgesungen. Auch in Rollenspielen wurde der Sinn der heurigen Aktion verdeutlicht: Sie steht nämlich unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit“. Die Sternsinger-Aktion, die heuer zum 58. Mal stattfindet, ist Marx zufolge mittlerweile „ein herausragendes Brauchtum, das von den jungen Leuten so intensiv gelebt wird, dass es seit Dezember dieses Jahres sogar in das deutschlandweite Verzeichnis des Unesco-Kulturerbes aufgenommen worden ist: Darauf bin ich besonders stolz“. Der Erzbischof von München und Freising wünschte den Mädchen und Buben, dass sie bei ihren Gängen durch die Gemeinden nur Menschen begegnen, „die Euch freundlich aufnehmen und auch freundlich zu jenen sind, die als Flüchtlinge zu uns kommen“.

Dass die Sternsinger-Aussendung in der Partenkirchner Pfarrkirche freilich auch eine große Ehre fürs Werdenfelser Land und die Marktgemeinde ist, betonten anschließend Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Ich danke Euch für das Vertrauen“, sagte die Rathaus-Chefin, „dass Ihr unseren Ort zu Startlöchern für diese große Aktion gemacht habt“. Speer, der sich noch an jene Zeit erinnerte, da er selbst Sternsinger war, überreichte in einem Kuvert eine erste Spende. „Denn in aller Bescheidenheit will ich in unserem Landkreis den Auftakt setzen.“

Anschließend ging’s zum Rathaus, dessen Türen beschriftet wurden, und schließlich zum wohlverdienten Entspannungs-Nachmittag in die St.-Irmengard-Schule, wo es zum Essen Würstchen und Schnitzelsemmeln samt Kartoffelsalat gab, anschließend viel Spiel und Spaß. Bei der zurückliegenden Aktion zum Jahresbeginn 2015 sammelten die Sternsinger im Erzbistum immerhin 2,7 Millionen Euro und bundesweit waren es gar 45,5 Millionen.

Wolfgang Kaiser

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