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Ausgeplanscht: In genau zwei Monaten ist Schluss mit Wasserspaß im Karwendelbad.

Vorstoß im Mittenwalder Gemeinderat

Karwendelbad: Freie Wähler wollen Klarheit

Mittenwald - Die Freien Wähler fordern Tatsachen. So soll beim geplanten Hallenbad-Ersatzbau in puncto Standortfrage im Gemeinderat endlich ein Beschluss her.

Das Ende des Mittenwalder Karwendelbads, Baujahr 1972, rückt immer näher. Im November soll die marode, gemeindeeigene Anlage dicht gemacht werden. Doch was passiert dann? Diese Frage treibt viele Einheimische regelrecht um. Ein Tourismusort wie Mittenwald mit jährlich über 500 000 Übernachtungen ohne Schwimmbad? Das kann nicht sein, finden nicht wenige in der Markgemeinde.

Nun sind die Freien Wähler auf diesen Zug aufgesprungen. In der Sommerpause haben sie zwei Anträge formuliert, die demnächst im Rathaus behandelt werden sollen. Zum einen fordern sie „die beschlussmäßige Klärung der Standortfrage eines Hallenbad-Ersatzbaues“, zum anderen soll als unmittelbare Folge sofort mit den Planungen für eine neue Wellnessoase begonnen werden.

Für Vorsitzenden Josef Schandl („Freiberger“), der das Schreiben unterzeichnet hat, sind diese Punkte „unabdingbar“. „Unabhängig davon ob das Hotelprojekt um die Familie Berrendorf verwirklicht wird, ist unserer Meinung nach ein kleines, aber attraktives Hallenbad mit Saunalandschaft für den ganzjährigen Tourismus unverzichtbar“, heißt es in dem Antrag der Freien Wähler weiter. „Sei es als Alternative im ,Schlechtwetterprogramm‘ im Sommer wie Winter oder als Ersatz des teilweise fehlenden oder nicht mehr zeitgemäßen Wellness-Angebots in den Mittenwalder Hotelbetrieben.“

Bekannte Forderungen zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Denn spätestens am 30. September, also in genau 24 Tagen, müssen die Berliner Projektplaner ohnehin mit der Sprache herausrücken. Dann endet bekanntlich die Frist der Familie Berrendorf, die mit ihrer ID-Projektentwicklungs GmbH vor sieben Jahren in puncto Hotel-Neubau ambitioniert angetreten war und große Hoffnungen weckte. Mittlerweile glaubt unterm Karwendel keiner mehr so recht daran, dass die Herren von der ID-Projektentwicklungs-GmbH noch potente Geldgeber beziehungsweise einen innovativen Betreiber für ihr vollmundig angekündigtes Luxus-Hotel-Projekt an der Bahnhofsstraße finden – eben dort wo jetzt das marode Karwendelbad steht und in exakt zwei Monaten endgültig geschlossen wird.

„Unabhängig vom Hotel sind wir der Meinung, dass wir ein Hallenbad brauchen“, bringt es Georg Seitz, der Fraktionssprecher der Freien Wähler, auf den Punkt. Zur Erinnerung: Die ursprüngliche Planung war, das gemeindeeigene Karwendelbad-Areal an Hotelinvestoren zu veräußern. Mit dem Verkaufserlös sollte wiederum auf der gegenüberliegenden Fläche, dem sogenannten Nemayer-Areal, ein kleines schmuckes Wellness-Schwimmbad entstehen – mehr oder weniger zeitgleich mit dem Luxushotel auf dem benachbarten Gelände.

Doch obwohl vor über zwei Jahren die Kommune höchstrichterlich ein Baurecht durchgefochten hat, ist faktisch nichts mehr geschehen. Die Berrendorfs traten zuletzt Mitte Januar in Mittenwald offiziell in Erscheinung, als sie dem Marktgemeinderat gegenüber Rechenschaft ablegten und nach längerer Debatte eine letzte Frist bis 30. September erhielten.

Die Freien Wähler wollen unabhängig von dieser wackeligen Geschichte Nägel mit Köpfen machen. Doch wie soll ein neues Hallenbad – geschätzte Kosten acht Millionen Euro – finanziert werden? „Ein großes Thema“, räumt Seitz ein. Sein Fraktionskollege Schandl empfiehlt: „Aufgrund der Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank ist aktuell eine Finanzierung über Kreditaufnahme empfehlenswert.“

Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) möchte sich weder über die Erfolgsaussicht noch über die vorgeschlagene Finanzierung äußern. Nur so viel: „Selbstverständlich werden wir den Punkt behandeln."

Christof Schnürer

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