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Bald hat es sich ausgeplanscht! Wenn das Karwendelbad am 6. November 2016 schließt, müssen Wasserraten weitere Fahrten auf sich nehmen.

Gemeinde Mittenwald auf Lösungssuche

Karwendelbad-Aus - und dann?

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Mittenwald - Die Tage des Karwendelbads sind so gut wie gezählt. Es schließt im November. Die Alpenwelt Karwendel bemüht sich derzeit um eine Alternativlösung.

Peter Virchow ist nicht gerade erfreut über den Stand der Dinge. Darüber, dass das Mittenwalder Karwendelbad schließt. „Man braucht ein Angebot vor Ort“, sagt der Krüner. Für Kinder, Erwachsene und Gäste. Das, was er vergangene Woche dann noch erfahren hat, war nicht nach seinem Geschmack. Ein Bericht in der Tiroler Plateau Zeitung führte zu Irritationen. Demnach hat der Gemeinderat Seefeld beschlossen, dass die Gäste der Alpenwelt Karwendel in den nächsten zwei Jahren zu den gleichen Konditionen im Sport- und Kongresszentrum in Seefeld baden gehen dürfen wie die der Olympiaregion. Und: Außerdem stünde der Vorschlag im Raum, dass jedem Gast, der drei Tage in der Alpenwelt nächtigt, der Tourismusverband einen Eintritts-Zuschuss von 5,70 Euro sponsert. Virchow konnte es nicht fassen – und reagierte.

In einem süffisanten Brief an das Tagblatt schreibt er: „Die nächste Schwimmprüfung bei der Kinderolympiade findet dann eben in Seefeld statt.“ Weiter heißt es, „die Gemeinde Mittenwald unterstützt euch dabei bestimmt mit mindestens 5,70 Euro pro Teilnehmer. Also Kopf hoch“. Ihm geht es dabei um die jungen Sportler, die ohne Hallenbad keine Schwimmprüfungen mehr ablegen können. Die Variante mit der Tiroler Nachbargemeinde gefällt ihm nicht, schon allein aus preislichen Gründen. Er hat sogar einen anderen Vorschlag parat: Den, dass die drei Isartaler Gemeinden auch gemeinsam eine entsprechende Anlage betreiben könnten.

Doch die Verantwortlichen lenken ein. An ein mögliches Arrangement wie das mit Seefeld ist zwar gedacht, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Die Alpenwelt Karwendel und die Gemeinde Mittenwald haben Kontakt zu den Nachbarorten aufgenommen, die über ein Bad verfügen – Garmisch-Partenkirchen, Leutasch und eben Seefeld. Dahinter steckt ein logisches Ziel: Wenn das Karwendelbad schließt, sollen die Urlauber einen adäquaten Ersatz bekommen. „Wir erötern Kooperationsmöglichkeiten, um attraktive Gästekarten-Leistungen anzubieten“, sagt Sabrina Blandau, Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel. Zum Beispiel: Vergünstigungen für Touristen, die drei Nächte in der Alpenwelt verbringen. Bisher durften diese einmal gratis ins Karwendelbad, künftig sollen sie einen Rabatt auf den Eintrittspreis eines anderen Bads erhalten.

Verträge oder dergleichen sind aber längst noch nicht abgeschlossen. Die Gespräche mit den potenziellen Kooperationspartnern laufen gut, das bestätigen Blandau und Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) unisono. Dass Werner Frießer, Rathauschef in Seefeld, ein solches Abkommen begrüßt, steht angesichts steigender Besucherzahlen außer Frage. „Ich denke, eine derartige Regelung dürfte beiden Seiten entgegenkommen.“

In der Tiroler Kommune ist man prinzipiell schon einen Schritt weiter. Denn im Isartal geht das Thema erst noch durch die Gremien. „Wir müssen ja Optionen vorschlagen können“, sagt Hornsteiner. In den nächsten Wochen soll es auf der Tagesordnung stehen. Blandau ist jetzt schon fest davon überzeugt, dass mit einer Vereinbarung wie dieser, die Angebotslücke gar nicht erst klafft und die Gäste auch weitere Strecken für ihren Schwimmbad-Besuch in Kauf nehmen. „Wir sprechen ohnehin immer von einer Gesamtdestination“, sagt die Tourismus-Expertin. Aus ihrer Erfahrung weiß sie, dass sich die Gäste in einem größeren Radius bewegen und sich nicht nur in den Isartaler Orten aufhalten.

Sie lotet aber weitere Optionen aus, die das Angebot attraktiver machen. Zum Beispiel: vergünstigte Anreisen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. Aber auch das ist nur eines von vielen Gedankenspielen.

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