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Konsequenzen gezogen: Geschäftsführer Erhard Bender will nach drei Jahren die Kommandobrücke verlassen. Viele Aktionäre haben damit nicht gerechnet. fotos (2): kornatz

Karwendelbahn: Bender lässt die Bombe platzen

Mittenwald - Die Karwendelbahn darf sich einen neuen Geschäftsführer suchen. Bei der Hauptversammlung kündigte Vorstand Erhard Bender am Freitag seinen Rückzug zum 31. Oktober an.

Das Wichtigste hielt sich Erhard Bender bis zum Schluss auf. Am Ende seiner 20-minütigen Rede meinte der Geschäftsführer: „Über den 31. Oktober 2012 werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Damit hat der Vorstand am Freitag während der Aktionärsversammlung der Mittenwalder Karwendelbahn AG eine Bombe platzen lassen. Eingeweiht hatte der 57-jährige Badener im Vorfeld von seinem Schritt offenbar wenige.

Fakt ist: Mit Bender geht nach Alois Fichtl, Stefan Meider und Ulrich Löcherer (interimsmäßig) innerhalb von nur vier Jahren der vierte Geschäftführer. Einen ähnlichen Verschleiß hat die Aktiengesellschaft auch bei den Technikchefs: Auf Stefan Meider folgte Birgit Bohne (2009), auf Bohne Hans Gehrz (interimsmäßig) und auf Gehrz Norbert Höhne (2010). Dieser quittierte nach Querelen mit Betriebsrat Stefan Sellmaier nach nur wenigen Monaten den Dienst.

Warum Bender hingeworfen hat, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Der Geschäftsführer war nach dieser denkwürdigen Versammlung für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Für seinen Schritt hat Aufsichtsrats-Vize Hornsteiner, zugleich auch Mittenwalder Bürgermeister, volles Verständnis. „Die Grenze war einfach erreicht.“ Gleichzeitig spricht der Rathauschef von einem „Haberfeldtreiben“ gegen Bender. „Trotzdem bedauere ich seine Entscheidung.“ Hornsteiner selbst wurde unmittelbar vor dem Aktionärstreffen in der Bergstation vom Geschäftsführer informiert. „Erste Signale“, dass es in diese Richtung laufen könnte, habe er vergangenenes Wochenende empfangen.

Nicht zuletzt deshalb wird er die Causa Bender im Gemeinderat zur Sprache gebracht haben. Resultat: Das Kommunalparlament „stellt sich einstimmig hinter die Arbeit von Herrn Bender“. Dieses Kommuniqué verlas am Freitag Zweiter Bürgermeister Georg Gschwendtner vor der Aktionärsversammlung.

Bender selbst zeigte sich in seiner - wie sich später herausstellen sollte - Abschiedsrede einmal mehr davon überzeugt, dass sein Modernisierungskurs richtig war. „Es gab keine Struktur, keine Zuständigkeiten“, blickte er auf seinen Anfang bei der Karwendelbahn zurück. Mehr noch: „Das Unternehmen war ein klarer Restrukturierungsfall.“ Denn es habe bei seinem Antritt weder eine „funktionierende Buchhaltung“ noch ein schlüssiges Marketingkonzept gegeben. 72 Tage Revision wie bei seinen Vorgängern waren von nun an passé. Denn welcher Betrieb könne sich 14,5 Wochen Stillstand leisten, fragte er in die Runde. Jetzt ist der Reformer am Ende - aufgerieben von den permanenten Attacken. Seine Bilanz kann sich sehen lassen. cs

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