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Sieg für Stefan Sellmaier.

Erfolgreiche Kündigungsschutzklage

Karwendelbahn: Sellmaiers nächster Triumph vor Gericht

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Mittenwald/Garmisch-Partenkirchen - Das Urteil am Arbeitsgericht ist gefallen – mit positivem Ausgang für den Kläger Stefan Sellmaier. Die Karwendelbahn AG hat den Aufsichts- und Betriebsrat zu Unrecht gekündigt.

Er war nervös, trotz seines guten Bauchgefühls. „Man weiß ja nie, wie es dann wirklich ausgeht“, meinte Stefan Sellmaier wenige Minuten bevor er am Donnerstag wieder einmal im Raum vier des Arbeitsgerichts Weilheim Platz nahm. Richter Dr. Tobias Romeikat machte es nervenschonend, kurz und bündig: „Sie haben gewonnen“, sagte er in Richtung des Krüners. Der schnaufte laut durch. Dieser eine Satz reichte, um seine ganze Anspannung in Luft aufzulösen.

Nach einem monatelangen Rechtsstreit mit der Karwendelbahn AG ist das Urteil nun gefallen: Die fristlose Kündigung Sellmaiers vom 26. April dieses Jahres – unwirksam. „Der Vorwurf der Beklagten reicht nicht aus – nur zu einer Abmahnung“, erklärte Romeikat. Die Karwendelbahn-Obrigen Wolfgang W. Reich und Patrick Kenntner hatten  dem Bahnbegleiter und Kabinenmechaniker ein ganzes Sammelsurium an Gründen – darunter die Fußtritt-Affäre – zur Last gelegt. Das führte erst zu einer Suspendierung, dann zu einer fristlosen und gipfelte schließlich in einer ordentlichen Entlassung.

Die beiden Männer – die diesmal nicht zu dem Termin erschienen sind – konnten den Richter bei der Verhandlung in der vergangenen Woche offensichtlich nicht mit ihrer Argumentation überzeugen. „Das freut mich narrisch“, sagte Sellmaier, der seit 2004 bei der Karwendelbahn arbeitet und gleichzeitig als Aufsichts- und Betriebsrat tätig ist, überglücklich.

Von Seiten der AG-Verantwortlichen, die die Verfahrenskosten tragen müssen, war keine Stellungnahme zum Urteil und zum weiteren Vorgehen zu erhalten. Der Krüner jedenfalls rechnet schwer damit, dass der Fall „sicher gleich wieder ans Arbeitsgericht nach München geht“ und der Arbeitgeber Berufung einlegt.

Jetzt genießt Sellmaier erst einmal seinen Triumph, den zweiten in Folge. Denn bereits im April wurde die Karwendelbahn dazu verdonnert, eine Abmahnung aus der Personalakte zu streichen. Reich, damals noch Vorstand, hatte behauptet, der Krüner hätte auf eigene Faust Winterhosen für die Belegschaft geordert. Ein haltloser Vorwurf, wie Romeikat auch in diesem Fall urteilte.

Wann Sellmaier seine Arbeit wieder aufnimmt und über weitere Fragen, zum Beispiel über das gestrichene Gehalt seit der unrechtmäßigen Kündigung, muss er sich nun mit seiner Anwältin Liliane Decker kurzschließen. Bei der Karwendelbahn möchte er trotz der derzeitigen Situation beschäftigt bleiben. Nicht etwa, weil er befürchtet, nichts anderes zu finden. „Ich kann viel“, sagt er selbstsicher. Sein Herz hängt aber an der Mittenwalder Bahn.

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