An den Schalthebeln des neuen „Karwendelkristalls“ sitzt Hans Gehrz. Foto: rosenberger

Mit dem "Karwendelkristall" in eine neue Ära

Mittenwald - Der Countdown läuft: In zwei Tagen gehen die neuen gläsernen Gondeln der Mittenwalder Karwendelbahn in Betrieb.

Auf der Homepage der Mittenwalder Karwendelbahn läuft bereits seit Wochen der Countdown: Nur noch zwei Tage, dann startet die Aktiengesellschaft mit dem neuen „Karwendelkristall“ in eine neue Ära.

Einer der sich darauf besonders freut, ist Geschäftsführer Erhard Bender. Mehr noch: Man kann bei dem Badener sogar von einer gewissen Euphorie sprechen. Denn schließlich könne der Kunde künftig dank der gläsernen Gondeln mit deutlich besserem Komfort die zehnminütige Berg- und Talfahrt erleben.

Das liegt vor allem auch daran, dass im Vergleich zu den alten Kabinen, die 44 Jahre lang bis zu 33 Gäste pro Fahrt nach oben oder unten brachten, nurmehr maximal 25 Personen aufgenommen werden. „Wir wollen die Gäste ja nicht mehr wie in einer Sardinenbüchse befördern“, erklärt der Marketing-Fachmann.

Bis die am 21. November mit einem Tieflader angelieferten Kabinen montiert werden konnten, waren allerdings einige Hürden im technischen Bereich zu überwinden. Das war in erster Linie dem Spannungsfeld „moderne Gondeln, vorhandene Seilbahntechnik“ geschuldet. „Zunächst müssen die neuen Kabinen noch mit dem Laufwerk und Gehänge des Vorgänger-Musters bewegt werden, denn ein kompletter Austausch hätte unsere finanziellen Möglichkeiten gesprengt“, erläutert Bender.

Man hatte bereits in den zurückliegenden Jahren immer wieder Planungen entwickelt, die allerdings mit neuen Bahnhöfen und Stützen einen wesentlich größeren Investitionsumfang bedeutet hätten. Für die an der Ausschreibung beteiligten Herstellerfirmen stand auch noch der Einbau zweier abnehmbarer Tanks - einer für Wasser, der andere für Diesel zur Versorgung der Bergstation - im Anforderungskatalog.

Das oberösterreichische Unternehmen Carvatech hatte dabei mit seinem Entwurf des „Karwendelkristalls“ die Verantwortlichen bei der Karwendelbahn am meisten überzeugt und bekam konsequenterweise den Zuschlag.

Doch auch für die Seilbahn-Schaffner verbessert sich der Arbeitsplatz. Die Türen müssen nicht mehr per Hand geöffnet werden, sondern lassen sich elektronisch bewegen, und der Führerstand ist vom Fahrgastraum getrennt und mit einer Sitzgelegenheit ausgestattet. „Durch das Mehr an Platz gelangen wir somit auch schneller zu einer weiter entfernten Person in der Kabine, der es vielleicht nicht ganz so gut geht“, berichtet Technikchef Hans Gehrz. Im Wesentlichen solle sich ein positives Fahrgefühl auch bei weniger tapferen Seilbahnkunden einstellen, gerade weil die Kabinen bis zum Boden verglast und mit sich selbst abdunkelnden Scheiben ausgestattet sind. Damit sich die Fahrgäste über die Möglichkeiten am Berg informieren können, wird ein Videofilm mittels Monitor an der Gondeldecke gezeigt.

Nachdem der TÜV die Technik eine Woche auf Herz und Nieren geprüft hat, kann am Sonntag ab 13 Uhr jedermann die neue Kabine testen - dann startet der offizielle Fahrbetrieb mit dem „Karwendelkristall“. ro

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Marke steht: Startschuss für die Zugspitz Region
Gemeinsam stark: Die Zugspitz Region hat eine Dachmarke für den gesamten Landkreis entwickelt. Damit wird nun gearbeitet, um als große Einheit sichtbar zu werden. Und …
Neue Marke steht: Startschuss für die Zugspitz Region
Die Kanada-Loipe ist gerettet – vorerst
Es wächst und wächst an der Isar. Dabei  sollte es dort nur Kiesflächen geben. Zumindest ist das so bei der EU hinterlegt. Um diesen Zustand wieder herzustellen, wird …
Die Kanada-Loipe ist gerettet – vorerst
Pürschlinghaus: Umbau wieder aktuell
Im Mai sollen die Arbeiten am und im August-Schuster-Haus auf dem Pürschling beginnen. Vorausgesetzt, die Baugenehmigung liegt bis dahin vor. Und der Schnee ist weg.
Pürschlinghaus: Umbau wieder aktuell
Volksbegehren „Rettet die Bienen“: Aktionsbündnis gegründet
Die Situation ist bekannt: In Bayern gehen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten massiv in ihrem Bestand zurück oder sterben sogar aus. Besonders betroffen sind die …
Volksbegehren „Rettet die Bienen“: Aktionsbündnis gegründet

Kommentare